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Zeitgeschehen
Haydn anders
Ein musikalisches Bilderbuch der Extraklasse ist jetzt erschienen: Joseph Haydn für Kinder ab fünf Jahren. Zum 200. Todestag des Komponisten legt der Annette Betz Verlag ein Kinderbuch über die wichtigsten Stationen im Leben Haydns vor. Die wunderbaren Illustrationen von Wilfried Opgenoorth bezaubern Erwachsene wie Kinder, Sigrid Laube erzählt das Leben des Komponisten einfühlsam und kindgerecht nach. Eine dem Buch beigelegte CD enthält eine Auswahl der bekanntesten Kompositionen. (32 Seiten, Euro 19,95)
Eine Sammlung ungewöhnlicher Haydn-Geschichten hat die Wiener Schriftstellerin Lene Mayer-Skumanz (siehe zz 2/09) zum Jubiläum herausgegeben. Mal literarisch, mal zeichnerisch nähern sich die österreichischen Autoren des 117 Seiten umfassenden Buches Ein Haydn-Spaß dem Komponisten der Wiener Klassik. Ergänzt werden die Texte von pointierten, abwechslungsreichen Illustrationen von Annett Stolarski. (Wiener Dom-Verlag, Euro 19,90)
200. Todestag: Veranstaltungsreigen im Haydn-Jahr
Er gilt als einer der lebensfrohesten Komponisten mit einem ausgeprägten Sinn für Humor: Joseph Haydn (1732-1809). Mit der großen Ausstellung "Phänomen Haydn" wird in dem kleinen österreichischen Barockstädtchen Eisenstadt das Leben und Werk des Künstlers illustriert (bis 11. November). Als Kapellmeister am Hof der Fürstenfamilie Esterházy hatte Haydn viele Jahre in diesem Ort verbracht. In Berlin feiert die Staatsoper unter den Linden mit Orlando Paladino am 8. Mai die Premiere einer selten gespielten Haydn-Oper. Die Münchener Kammeroper bringt mit Untreue lohnt sich! oder auch nicht .... ein besonderes Arrangement auf die Bühne: Die Handlung des Stücks wurde 1723 von Pierre Carlet de Marivaux entwickelt, die Musik dazu ist jetzt aus sechs Werken von Haydn zusammengestellt worden (Premiere: 16. Mai).
Das Kölner Joseph-Haydn-Institut nimmt das Gedenkjahr als Anlass für einen internationalen, musikwissenschaftlichen Kongress unter dem Titel "Retrospektive & Innovation" (4. bis 6. Juni), auf dem Programm stehen auch öffentliche Vorträge.
Weitere Informationen:
Gegen Kinderarmut sichern
Mit einer Spendenaktion will die hannoversche Landeskirche ihre neuen Projekte gegen Kinderarmut sichern. Im vergangenen Jahr sind in Gemeinden und Kindergärten der hannoverschen Landeskirche rund achtzig Projekte gegen Kinderarmut entstanden. Sie bieten bedürftigen Kindern etwa Grundausstattungen zum Schulanfang, ein regelmäßiges warmes Mittagessen oder Hilfe bei den Hausaufgaben an. Um diese Projekte zu unterstützen, hat Bischöfin Margot Käßmann 25.000 Spendenbriefe versandt. Die Landeskirche hofft, dass zunächst bis zu 300.000 Euro zusammenkommen. Die Landeskirche hatte im vergangenen Jahr eine Million Euro als Anschubfinanzierung zur Verfügung gestellt.
Flussschifferkirche
Die Hamburger Flussschifferkirche wird Anfang Mai auf eine dreiwöchige Pilgerfahrt durch acht Bundesländer aufbrechen. Ziel der Reise ist der Kirchentag in Bremen. An Bord und in den Gasthäfen sind Konzerte, Hochzeiten, Taufen und Gottesdienst geplant. Die Flussschifferkirche ist Deutschlands einzige schwimmende Kirche.
Vortragsreihe Barmen
Aus Anlass des 75-jährigen Jubiläums der Barmer Theologischen Erklärung veranstaltet die Westfälische Kirche eine Vortragsreihe. Bis Ende November laden westfälische Kirchenkreise an verschiedenen Orten zu Vorträgen ein, die die Barmer Thesen zum Inhalt haben. So spricht am 2. September Michael Bertrams, Präsident des Oberwaltungsgerichts nrw um 18 Uhr in Münster zum Thema "Zum Verhältnis von Kirche und Staat (Barmen III)". Altministerpräsident Reinhard Höppner aus Magdeburg hält am 27. Oktober um 15 Uhr in Schwerte einen Vortrag zum Thema "Für Recht und Frieden sorgen (Barmen V)". Und der Redakteur der Süddeutschen Zeitung, Matthias Dobrinski widmet sich am 4. November dem Thema "Die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk (Barmen VI)".
Pilgern im Pott
Evangelische Kirchengemeinden in Nordrhein-Westfalen laden anlässlich des Kulturhauptstadt-Jahrs "Ruhr 2010" zum "Pilgern im Pott" ein. Für das Ereignis soll eine lückenlose Pilgerroute ausgearbeitet werden, die sich am Fluss Emscher orientiert, kündigte das Evangelische Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe in Dortmund an. 23 Gemeinden werden entlang der etwa 200 Kilometer langen Strecke als Anlauf- und Zielpunkte dienen. Vor Ort erläutern Ansprechpartner Pilgern die Besonderheiten der Sakralräume und der Gemeinden. Außerdem vermitteln sie Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeiten. Zur Frankfurter Buchmesse soll ein Pilgerführer erscheinen, der Wegbeschreibungen, Karten, Informationen zu Kirchen und Gemeinden sowie Hinweise auf Sehenswürdigkeiten bietet. Ferner enthält das Buch auch geistliche Impulse wie Meditationen und Gebete.
2000 Jahre Varusschlacht
Vor 2000 Jahren erlebte die Supermacht Rom ihre größte Niederlage in der Varusschlacht - bekannt auch als Schlacht im Teutoburger Wald. Eine dreiteilige Ausstellung erinnert jetzt unter dem Titel "Imperium Konflikt Mythos. 2000 Jahre Varusschlacht" an das Ereignis. Das Römermuseum in Haltern am See widmet sich dem Imperium Romanum jener Zeit - besonders der Kunst, Kultur und Propaganda.
Kanzeltausch zwischen
Ost und West
Zum Kanzeltausch zwischen Pfarrern aus Ost und West haben fünf Kirchenleiter im Vorfeld des 20. Jahrestags der Öffnung der Berliner Mauer am 9. November aufgerufen. Das Ereignis sei ein guter Anlass, um mit den Pfarrern der (ehemaligen) Partnergemeinden im Osten Deutschlands einmal die Predigtstätte zu tauschen, heißt es in einem gemeinsamen Aufruf der Bischöfe Ulrich Fischer (Baden), Wolfgang Huber (Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) und Jan Janssen (Oldenburg) sowie der Präsides Alfred Buß (Westfalen) und Nikolaus Schneider (Rheinland). Damit würde verdeutlicht, "was die besondere Beziehung zwischen evangelischen Gemeinden in Ost und West für das wechselseitige Verstehen, die geistliche Gemeinschaft, die praktische Hilfe und auch für die Vorbereitung der deutschen Einheit bewirkt hat". Viele Verbindungen seien nach wie vor lebendig.
In Kalkriese bei Osnabrück geht es um den Konflikt zwischen Römern und Germanen, der auch nach der Schlacht andauerte. Nahe dem Lippischen Landesmuseum in Detmold steht das 1875 eingeweihte Hermannsdenkmal. Dieser Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit dem Mythos der Schlacht, angefangen bei der römischen Geschichtsschreibung bis hin zur modernen Forschung.
Die Ausstellungen beginnen am 16. Mai und enden am 25. Oktober 2009.
Als Literatur sei empfohlen:
Heinz Ritter-Schaumburg: Hermann der Cherusker. VMA-Verlag Wiesbaden, 2008, 277 Seiten, Euro 9,95.
Rainer Wiegels: Die Varusschlacht Theiss Verlag, 132 Seiten, Euro 19,95.

