zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft
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Zeitgeschehen

Erschienen in zeitzeichen März 03/2010

(Foto: Museum am Burghof)
(Foto: Museum am Burghof)

250. Geburtstag von Johann Peter Hebel

"Bewegter Geist, bewegtes Lebens" heißt die Sonderausstellung, die das Museum am Burghof in Lörrach Johann Peter Hebel widmet. Zum 250. Geburtstag des Theologen und Dichters präsentieren die Ausstellungsmacher eine Auswahl von Originalen aus der Hebelsammlung des Museums. Während die wertvollen Originale nur in Lörrach zu sehen sind, wandert die interaktive Schau mit Bildtafeln und Mitmachstationen im Laufe des Jahres durch Baden-Württemberg. Unser Foto zeigt das heutige Museumsgebäude, in dem sich zu Hebels Zeit ein Gymnasium befand. Dort lebte und unterrichtete der Theologe.

Schuld und Befreiung

Die Gießener Autorin Marlene Röder wird mit dem Evangelischen Buchpreis 2010 ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird der 26-Jährigen am 19. Mai in der Gemarker Kirche in Wuppertal übergeben, teilte der Deutsche Verband Evangelischer Büchereien in Göttingen mit. In ihrem Jugendbuch "Zebraland" gelingt es der Autorin hervorragend, die Themen Schuld, Verantwortung, Freundschaft und Befreiung mit biblischen Traditionen zu verbinden, heißt es in der Begründung der Jury.
"Zebraland" erzählt die Geschichte von vier Jugendlichen, die auf dem Heimweg im Auto ein Motorrad rammen und Fahrerflucht begehen.

Hilfe für Heimkinder

Die katholische Kirche hat eine bundesweite Telefonseelsorge für ehemalige Heimkinder eingerichtet, die in den Fünfziger- und Sechzigerjahren in katholischen Einrichtungen untergebracht waren.
Unter der Telefonnummer 0180 410 04  00 können Betroffene anrufen, die ihre Lebensgeschichte erzählen und sich therapeutisch beraten lassen möchten. Alternativ können sie sich im Internet helfen lassen. Das Projekt soll erst einmal für ein Jahr laufen und kann bei Bedarf verlängert werden.

Pilgern gegen Arbeitslosigkeit

Um das Arbeitslosenprojekt "Integration durch Arbeit" (IDA) aus Uelzen bekannt zu machen, wollen zwei Mitarbeiter des Projektes ab Ostermontag bis nach München zum Ökumenischen Kirchentag pilgern. Nur zu Fuß werden Steffen Siegert und Dieter Morawietz den 850 Kilometer weiten Weg zurück­legen. In einer Zwangsversteigerung haben die Initiatoren des IDA die marode  Woltersburger Mühle in Uelzen gekauft. Diese wird von arbeitslosen Menschen renoviert, um dort ein Qualifizierungszentrum für benachteiligte junge Arbeitslose zu schaffen.

(Foto:  Museum Abtei Liesborn)
(Foto: Museum Abtei Liesborn)

Das Kreuz in der Kunst

Mit mehr als 800 Kreuzigungsdarstellungen beherbergt das Museum Abtei Liesborn (Kreis Warendorf) die größte Kruzifixsammlung Europas. Die Darstellungen belegen die theologische und künstlerische Entwicklung der Darstellung des Gekreuzigten von den Anfängen bis zur Gegenwart. Namhafte Künstler wie Francis Bacon, Joseph Beuys, Marc Chagall und Salvador Dali befinden sich darunter. Das westfälische Museum bietet kostenlose Gruppenführungen nach telefonischer Anmeldung.

Der Rundgang beginnt mit einem fragmentarisch erhaltenen Großkruzifix aus dem 11. Jahrhundert, das aus dem Liesborn benachbarten Ort Diestedde stammt. Der Typus des romanischen Kruzifixus wird darüber hinaus durch mehrere Bronzekruzifixe dokumentiert. Christus steht als Sieger über den Tod und königlicher Erlöser mit geöffneten Augen vor dem Kreuz. Am Ende der Ausstellung hängt ein großes leeres Kreuz frei im Raum. Es wurde von der Düsseldorfer Künstlergruppe "new rose factory" im Jahr 2004 geschaffen.


Abteiring 8, 59329 Wadersloh-Liesborn. 

(Foto: Tulipan Verlag)
(Foto: Tulipan Verlag)

Altes Testament neu entdeckt

Die wichtigsten Geschichten des Alten Testaments erzählen sie nach, die promovierte Germanistin Sybil Gräfin Schönfeldt und der Illustrator Klaus Ensikat. Nah am biblischen Text ist ein wunderschönes Familien- und Hausbuch entstanden, das zum Vor- und Selberlesen einlädt. Dabei ist die Ausstattung durchaus gehoben: Fadenheftung und Goldprägung. Jeder Geschichte steht ein einleitender, sehr verständlicher und gut gegliederter Kommentar voran, der das Umfeld der Entstehung erklärt. 32 ganzseitige Illustrationen von Klaus Ensikat sowie seine kleinen  Tier- und Symbolbilder laden zum Betrachten ein.

Sybil Gräfin Schönfeldt/Klaus Ensikat: Die Bibel - Das Alte Testament. Tulipan Verlag, Berlin 2009, 312 Seiten, Euro 39,95.

Mitmachen beim Denkmaltag

Wer am 12. September, dem Tag des offenen Denkmals,  historische Gebäude der Öffentlichkeit präsentieren möchte, kann ab sofort seine Teilnahme anmelden. Der Denkmaltag steht unter dem Motto "Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr". Gezeigt werden können Bahnhöfe, Straßen, Kaufmannshäuser oder historische Verkehrsmittel. 

(Foto: Dirk Köstler)
(Foto: Dirk Köstler)

Frankfurt will Islamische Theologie

Die Goethe-Universität in Frankfurt am Main plant ein Fach "Islamische Theologie". Die Arbeit am Lehrplan für das "in Deutschland und weit darüber hinaus neue universitäre Fach" habe begonnen, sagte der Vizepräsident der Hochschule, Matthias Lutz-Bachmann. Das Ziel sei die "Neukonstitution dieser Wissen­schaft" im Zu­sammenhang mit benachbarten Disziplinen. Islamische Theologie als Wissenschaft sei mit der Ausnahme der Schule von Ankara im islamischen Raum noch nicht hinreichend entwickelt worden, so Lutz- Bachmann. Vorbild für das Frankfurter Fach seien daher die Konzepte von Theologie als Wissenschaft, wie sie seit dem zwölften Jahrhundert an den europäischen Universitäten entworfen wurden. In islamischen Ländern ist nach den Worten von Lutz-Bachmann im frühen Mittelalter durchaus die Ausbildung einer Theologie als rationaler Wissenschaft zusammen mit einer autonomen Philo­sophie vorbereitet worden.

Gemeinsamer Schutz der Elbe

Die an der Elbe gelegenen sieben evangelischen Landeskirchen planen eine gemeinsame Erklärung zum Schutz des von Ausbauarbeiten bedrohten Flusses. Das Papier und das weitere Vorgehen der Kirchen sollen im Mai in der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt in Wittenberg beschlossen werden. Damit vollziehen die Landeskirchen die seit mehreren Jahren gehegten Forderungen, sich für die Bewahrung "des größten noch weitgehend frei-fließenden Flusses in Mitteleuropa" zu engagieren. Nun sei ein "koordiniertes Vorgehen" zum Schutz der Elbe nötig. Die Kirchen vertreten mehr als acht Millionen Mitglieder. Für den 12. und 13. Juni laden Kirchengemeinden und Umweltverbände entlang der Elbe von Tschechien bis zur Nordsee zum dritten Mal zu einem Elbe-Kirchentag ein. Gastgeberin des Treffens unter dem Motto "Ein Fluss verbindet - Zukunftsbilder für die Elbe" ist nach Angaben der Veranstalter diesmal die niedersächsische Elbestadt Hitzacker.

Gemeinsamer Schutz der Elbe

Die an der Elbe gelegenen sieben evangelischen Landeskirchen planen eine gemeinsame Erklärung zum Schutz des von Ausbauarbeiten bedrohten Flusses. Das Papier und das weitere Vorgehen der Kirchen sollen im Mai in der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt in Wittenberg beschlossen werden. Damit vollziehen die Landeskirchen die seit mehreren Jahren gehegten Forderungen, sich für die Bewahrung "des größten noch weitgehend frei-fließenden Flusses in Mitteleuropa" zu engagieren. Nun sei ein "koordiniertes Vorgehen" zum Schutz der Elbe nötig. Die Kirchen vertreten mehr als acht Millionen Mitglieder. Für den 12. und 13. Juni laden Kirchengemeinden und Umweltverbände entlang der Elbe von Tschechien bis zur Nordsee zum dritten Mal zu einem Elbe-Kirchentag ein. Gastgeberin des Treffens unter dem Motto "Ein Fluss verbindet - Zukunftsbilder für die Elbe" ist nach Angaben der Veranstalter diesmal die niedersächsische Elbestadt Hitzacker.

 

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