zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft

Notizen

Aus Religion & Gesellschaft

Vorbild für die Ökumene

Die gegenseitige Einladung zum Abendmahl, die Pro­testanten und Alt-Katholiken vor 25 Jahren offiziell aussprachen, kann ein Vorbild für eine entsprechende Vereinbarung mit der rö­misch-katholischen Kirche sein. Diese Auffassung hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Johannes Friedrich, bei dem Festakt vertreten, der anlässlich des Jubiläums in Kauf­beu­ren stattfand. Eucharis­tische Gastfreundschaft begründe zwar noch keine Abendmahlsgemeinschaft, biete den Gemeinden aber die Chance, sich ohne Barrieren und Verbote kennenzulernen, sagte Friedrich.

Die Alt-Katholische Kirche entstand, als römische Katholiken nach 1870 die Unfehlbarkeit des Papstes ablehnten und aus ihrer Kir­che gedrängt wurden. Heu­te gibt es in Deutschland rund 25.000 Alt-Katholiken. 1996 wur­den erstmals Priesterinnen geweiht. Alt-Katholische Kirchen gibt es auch in den Niederlanden, Böhmen, Österreich, der Schweiz und Polen.

(Foto: epd/Gustavo Alabiso)
(Foto: epd/Gustavo Alabiso)

Alexandra Caspari ist altkatholische Priesterin.

(Foto: dpa/Kerim Okten)
(Foto: dpa/Kerim Okten)

Epiphanias in Istanbul: Griechisch-orthodoxe Christen bergen ein Holzkreuz, das zur Segnung des Wassers in den Bosporus geworfen wurde.

Verständnis für Minarettverbot

Europarat mahnt Türkei und Griechenland. Der Europarat hat Griechenland und die Türkei aufgefordert, religiöse Minderheiten besser zu schützen und sie nicht länger als "Ausländer im eigenen Land" behandeln. Nach dem Willen der Parlamentarischen Versammlung des Europarates soll die Türkei nichtmuslimischen Religionsgemeinschaften einen Rechtsstatus ermöglichen, dem griechisch-orthodoxen Patriarchat von Konstantinopel die Bezeichnung "Ökumenisches Patriarchat" erlauben, dessen Priesterseminar, das 1971 von der Regierung geschlossen wurde, wiedereröffnen, und die drohende Enteignung des syrisch-orthodoxen Klosters Mor Gabriel in der Südosttürkei verhindern. Griechenland soll den vorwiegend in Thrazien lebenden Muslimen die Wahl ihrer geistlichen Führer ermöglichen. Dem Europarat mit Sitz in Straßburg gehören 47 Staaten an. Präsident seiner Parlamentarischen Ver­samm­lung ist der Türke Mevlüt Cavusoglu. 

Pfarrerverband: Stellenwechsel nicht erzwingen

Die in einigen Landeskirchen geltende oder geplante Regelung, wonach Gemeindepfarrer regelmäßig die Stelle wechseln müssen, hält der Deutsche Pfarrerverband für über­flüssig, da dies die meisten ohnehin nach acht bis 15 Jahren von sich aus täten. Bei einer Klausurtagung in Kassel sagte der Vorsitzende Klaus Weber, für eine "Kultur des Wechsels" seien regelmäßige Visitationen und Hilfen für die weitere Berufsplanung wichtiger.


Doppelstrategie im Umgang mit China

Der Umgang mit der chinesischen Religionspolitik hat zum Streit unter Evangelikalen geführt. Die in den USA ansässige "China-Hilfsvereinigung" hatte der Evangelische Welt­allianz vorgeworfen, nach einer China-Reise ein zu positives Bild von der Lage der Chris­ten in dem kommunistischen Land gezeichnet zu haben. Deren Direktor Geoff Tunnicliffe sagte, Zweck der Reise sei es gewesen, vertrauensvollere Beziehungen zu der vom Staat anerkannten evangelischen Kirche aufzubauen. Gleichzeitig müsse es aber auch evangelikale Organisationen geben, die lautstark ihre Stimme für Verfolgte erheben.

Erschienen in zeitzeichen März 03/2010

 

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