Notizen
Aus Religion & Gesellschaft
Lutheraner: Starkes Wachstum in Tansania
Die Zahl der im Lutherischen Weltbund (LWB) organisierten Lutheraner ist im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent auf knapp 73,8 Millionen gestiegen. Dabei überschritt der LWB erstmals in seiner Geschichte die 70-Millionengrenze. Um 5,6 Prozent auf 3,7 Millionen wuchs die Zahl der Altlutheraner, die nicht zum LWB gehören. Der Anstieg im LWB ist vor allem auf Zugewinne in Asien und Afrika zurückzuführen, während die lutherischen Kirchen in Europa stagnierten und in Nordamerika zurückgingen. Am stärksten wuchs die Evangelisch-Lutherische Kirche in der früheren deutschen Kolonie Tansania. Ihre Mitgliederzahl stieg im vorigen Jahr um 14,5 Prozent auf 5,3 Millionen.
Motto für Dresdner Kirchentag gewählt
Der evangelische Kirchentag, der im kommenden Jahr in Dresden stattfindet, steht unter der Losung "... da wird auch dein Herz sein". Sie stammt aus der Bergpredigt Jesu im Neuen Testament.
Dresdner Frauenkirche.
Bern ist Sitz des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes.
Kommt eine "Evangelische Kirche der Schweiz" zustande?
Die Schweizer Protestanten suchen nach Wegen gegen Mitgliederschwund und rückläufigen Gottesdienstbesuch. Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK), der in etwa der EKD entspricht, hat ein 50 Seiten starkes Dokument verabschiedet, das ähnliche Ziele verfolgt wie das EKD-Papier "Kirche der Freiheit". So entwickelt es verschiedene Modelle für eine Aufgabenteilung zwischen dem SEK und seinen 26 Mitliedskirchen.
Die weitestreichende Option sieht die Bildung einer "Evangelischen Kirche der Schweiz" vor. Gegen den Mitgliederschwund werden unter anderem mehr gruppenspezifische Gottesdienste vorgeschlagen. Außerdem sei eine bessere Öffentlichkeitsarbeit nötig, denn die Reformierten seien in den Medien "vergleichsweise wenig sichtbar", während die Katholiken "als Hauptakteuere zu religiösen Themen" wahrgenommen würden.
Im Jahr 1900 gehörten 60 Prozent der Schweizer der evangelisch-reformierten Kirche an, heute sind es 33 Prozent, für 2050 werden 20 Prozent prognostiziert. Bis November sollen die Kantonalkirchen zu dem Kirchenbundspapier Stellung nehmen.
Ein hauptamtlicher Ratsvorsitzender für die EKD?
Die EKD braucht einen hauptamtlichen Ratsvorsitzenden. Diese Auffassung hat der Unternehmensberater Henning von Vieregge gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) vertreten. Und in einem zweiten Schritt solle die EKD ihr Kirchenamt von Hannover nach Berlin verlegen. Eine "Nummer eins", die nicht der Doppelbelastung eines Spitzenamts in EKDd und Landeskirche unterliege, kann nach Vieregges Auffassung die unter den letzten beiden Ratsvorsitzenden erreichte öffentliche Präsenz sichern.
Zudem spreche der wachsende Stellenwert der europäischen Ebene bei vielen politischen Themen dafür, dass ein EKD-Ratsvorsitzender regelmäßig auch in Brüssel präsent sei und evangelische Positionen in die EU-Debatten einbringe .
Vieregge war bis zum vergangenen Jahr 2009 Hauptgeschäftsführer des "Gesamtverbandes Kommunikationsagenturen". Im Rahmen der EKD-Reformdebatte hatte der kurhessische Landesbischof Martin Hein angeregt, dass an der Spitze der EKD ein Leitender Bischof oder Erzbischof steht.
Erschienen in zeitzeichen Mai 05/2010.

