zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft

Editorial

Liebe Leserin,

lieber Leser,

Foto: privat
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die Sonne strahlte über der Ewigen Stadt, der Himmel war hellblau und die Luft warm. Auf dem Petersplatz leuchteten das Rot der Messgewänder, das Weiß der Chorhemden und das Grün der Palmzweige, die Priester und Ministranten trugen. Die päpstliche Palmsonntagsmesse empfand ich als Augenschmaus. Doch etwas Wichtiges fehlte: Die Gemeinde rezitierte liturgische Stücke - aber sie sang nicht miteinander.

Ja, Katholiken verstehen etwas von Symbolen und Gesten, sie inszenieren Gottesdienste besser als wir. Dagegen ist die Kirchenmusik, auch der Gemeindegesang, (noch?) eine Stärke der Protestanten, nicht nur der deutschen und der lutherischen. Und darauf dürfen, ja sollten wir stolz sein, auch wenn Protestanten Stolz, wenn überhaupt, nur verklemmt zeigen. Umso erfreulicher ist, dass die EKD in diesem Jahr - im Rahmen der Lutherdekade - das Thema "Reformation und Musik" in den Vordergrund stellt. Der Schwerpunkt dieser Ausgabe tut das ebenfalls (ab Seite 20). Bei der Lektüre habe auch ich als Theologe dazugelernt. Wussten Sie, warum, wie und wann die Orgel in die Kirche eingezogen ist?

Heribert Prantl lenkt den Blick über die Kirchenmauern hinaus. Er zeigt, wie und warum das Soziale in der CDU (wieder) eine Rolle spielt. Was der Leiter des innenpolitischen Ressorts der Süddeutschen Zeitung schreibt (ab Seite 8), ist - wie SZ-Leser ahnen - stilistisch gewandt und inhaltlich luzide.

Denen, die der Narretei frönen, wünsche ich viel Gaudi bei Karneval und Fasching, a Gaude uf dr Fasnet und danach die Ruhe, um in sich zu gehen und zu sich zu kommen.

Auch im Namen der Redaktion grüßt Sie herzlich,

Ihr Jürgen Wandel