zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft

Geschichte, Politik & Gesellschaft

Ausgabe 4 April 2017

Foto: AP-Images
Foto: AP-Images
Jens Ried

Offene Diskussion

Ein Forschungsmoratorium für das „genome editing“ ist nicht sinnvoll

Ein global einheitlicher Umgang mit dem „genome editing“ ist zwar erstrebenswert, aber nur ein frommer Wunsch. Dazu haben bereits zu viele Nationen den Weg für weitergehende Forschungen mit CRISPR /Cas an und mit humaner DNA geebnet. Eine gute, informierte und sachliche Debatte in Deutschland fordert der Münchener Ethiker Jens Ried. Er antwortet dem Grünen-Bundestagsabegordneten Kai Gehring, der in zz 3/2017 für ein Forschungsmoratorium in Deutschland eintrat.

Foto: dpa/ Eric S. Lesser
Foto: dpa/ Eric S. Lesser
Johann Hinrich Claussen

Wut ohne Hass

Wie man Nationalisten und Populisten begegnet

Seit gut zwei Monaten amtiert Donald Trump als US-Präsident. Er und andere Nationalisten irritieren und ängstigen viele. Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter der EKD, plädiert für einen neuen politischen und theologischen Begriff von „Feindschaft“.

Foto: Ida-Seele-Archiv
Foto: Ida-Seele-Archiv
Ute Gause

Grenzgängerin zwischen den Welten

Zu Unrecht vergessen: Die Frauenrechtlerin und Sozialpolitikerin Elisabeth Gnauck-Kühne

Vor hundert Jahren, am 12. April 1917, starb Elisabeth Gnauck-Kühne. Die Bochumer Kirchengeschichtsprofessorin Ute Gause erinnert an eine literarisch begabte Frau, die die Frauenverbände der evangelischen und römisch-katholischen Kirche förderte und sich für bürgerliche Frauen wie für Arbeiterinnen einsetzte.

Foto: akg-images
Foto: akg-images
Stephan Kosch

Mehr als Kriegsgeschrei

Lärm kann eine Waffe sein - mit traumatischen Folgen für die Soldaten

Kriegsgeschrei und Trommeln hatten jahrhundertelang zur Schlacht gehört. Doch die beiden Weltkriege setzten auch in diesem Punkt militärgeschichtlich wichtige Zäsuren. Der Lärm der Artillerie traumatisierte die Kriegszitterer, und die Nazis statteten Flugzeuge mit Jericho-Trompeten aus. Eine Spurensuche im Militärhistorischen Museum in Dresden.

Foto: dpa/ Bernd Juergens
Foto: dpa/ Bernd Juergens
Silvester Siegmann

Krankmachender Stressor

Lärm kann zu Hörschäden, Herzinfarkten und Depressionen führen

In Deutschland sind etwa vier bis fünf Millionen Beschäftigte an ihrem Arbeitsplatz gesundheitsgefährdenden Lärmbelastungen ausgesetzt. Silvester Siegmann vom Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität Düsseldorf beschreibt die schädliche Wirkung, die Lärm nicht nur am Arbeitsplatz hat.

Foto: dpa/ Bernd Wüstneck
Foto: dpa/ Bernd Wüstneck
Matthias Hintzsche

Kampf mit Karten und Schildern

Wie die Städte in der Europäischen Union leiser werden sollen

Zehntausend Menschen sterben in Europa jährlich an den Folgen von Verkehrslärm, über 125 Millionen Menschen leiden unter gesundheitsschädlichem Lärm. Dabei hat die EU-Kommission 2002 eine Richtlinie verabschiedet, die die Mitgliedsstaaten zum Kampf gegen den Lärm verpflichtet. Matthias Hintzsche vom Umweltbundesamt beschreibt, was die Richtlinie bislang gebracht hat.

Ausgabe 3 März 2017

Foto: dpa/ Lu Hanxin
Foto: dpa/ Lu Hanxin
Kai Gehring

Schnitte in eine schöne neue Welt

Warum Eingriffe in die menschliche Keimbahn Tabu bleiben sollten

Vor fünf Jahren entdeckten zwei Forscherinnen den so genannten crispr/cas9-Mechanismus. Mit Hilfe dieser Gen-Schere sind  Manipulationen an der menschlichen Keimbahn leichter möglich als je zuvor. Die Wissenschaft ist verzückt. Doch Kai Gehring, Sprecher für
Hochschule, Wissenschaft und Forschung der grünen Bundestagsfraktion, warnt vor den Risiken und fordert ein Forschungsmoratorium für Deutschland.

Foto: epd/ Horst Wagner
Foto: epd/ Horst Wagner
Thomas Schlag

Vom Kopf auf die Füße

Öffentliche Theologie ist nicht nur etwas für Bischöfe und Bischöfinnen

Eine Öffentliche Theologie, die das Priestertum aller Getauften ernst nimmt, skizziert der Praktische Theologe Thomas Schlag, der an der Universität Zürich das Zentrum für Kirchenentwicklung leitet.

Foto: epd/ Fröhlich
Foto: epd/ Fröhlich
Katja Dorothea Buck

Brücke in den Orient

Protestanten spielen in Nahost eine wichtige Nebenrolle

Die Religionswissenschaftlerin und Politologin Katja Dorothea Buck schildert, wie der Protestantismus im Nahen Osten Fuß fasste und wie es evangelischen Christen dort heute geht.

Ausgabe 2 Februar 2017

Foto: dpa/ Swen Pförtner
Foto: dpa/ Swen Pförtner
Harald Welzer

Macht gegen Macht

Die Freunde einer offenen Gesellschaft müssen klüger agieren

Deutschland ist weltweit ein Sehnsuchtsort vieler Menschen, weil es eine Demokratie ist, meint der Sozialpsychologe Harald Welzer. Und er zeigt, wie sie gegen Rechtspopulisten verteidigt werden kann.

Foto: Lela Ahmadzai
Foto: Lela Ahmadzai
Stephan Kosch

Nachrichten für die Hoffnung

Das Journalistenprojekt „Amal, Berlin!“ produziert Nachrichten von Flüchtlingen für Flüchtlinge

In diesem Monat soll die Website „Amal, Berlin!“ online gehen. Sie ist das Ergebnis eines Projektes, das im vergangenen Sommer in der Evangelischen Journalistenschule begann. Zehn Journalisten und Journalistinnen, die als Flüchtlinge nach Berlin gekommen sind, produzieren hier täglich Nachrichten für ihre Community.

Fotos: Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz
Fotos: Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz
Peter Cornehl

Materialschlacht an der Heimatfront

Das Reformationsjubiläum 1917 stand im Schatten des Ersten Weltkriegs

Vor hundert Jahren, als das letzte große Reformationsjubiläum stattfand, tobte der Erste Weltkrieg. Die Feierlichkeiten gerieten deswegen völlig anders als in Friedenszeiten geplant. Peter Cornehl, emeritierter Professor für Praktische Theologie in Hamburg, schildert Planung, Durchführung und Grundlagen eines sehr nationalistischen Jubiläums.

Foto: dpa
Foto: dpa
Johann Hinrich Claussen

Bitte nicht überreagieren

Das Konzept des Bildungspolitikers Kurt Edler für islamistische Jugendliche

Deutschland erlebt seit einiger Zeit eine ungewöhnliche Polarisierung und zugleich eine eigentümliche Hilflosigkeit, mit ihr umzugehen. Wie begegnet man zum Beispiel islamistischen Jugendlichen in der Schule? Wie spricht man über sie? Der Kulturbeauftragte der EKD, Johann Hinrich Claussen, ist auf einen vielversprechenden Ansatz gestoßen.

Foto: dpa
Foto: dpa
Stephan Lessenich

Neue Verteilungskämpfe

Über die alternde Gesellschaft und ihre jungen Alten

Medial sichtbar und politisch bedeutsam: Die jungen Alten gewinnen an Bedeutung. Für Stephan Lessenich ist das allerdings ein Ausdruck der gesellschaftlichen Vorherrschaft bestimmter sozialer Milieus und ihrer gelebten und für sich reklamierten Werteordnung. Der Münchener Soziologieprofessor erläutert, was daraus folgt.

Foto: dpa
Foto: dpa

Nahaufnahmen

Von Glück und Schicksalsschlägen

Vier Portraits von ganz unterschiedlichen jungen Alten.

Ausgabe 1 Januar 2017

Foto: dpa
Foto: dpa
Konrad Ege

Wie einst König David

Donald Trumps Wahlerfolg stellt die US-Kirchen vor große Herausforderungen

 

Donald Trump verdankt seinen Erfolg zu einem beträchtlichen Teil den weißen evangelikalen Christen in den USA. Das ist ein Ergebnis der Analysen nach dem unerwarteten Sieg des umstrittenen Präsidentschaftskandidaten, der in diesem Monat vereidigt wird. Der Journalist Konrad Ege beschreibt, wie die US-amerikanischen Christen gewählt und wie die Kirchen auf Trumps Erfolg reagiert haben.

epd/ Gustavo Albiso
Bettina Markmeyer

Dass ich auch noch Mensch bin

Pädophilie ist nicht heilbar. Aber die Betroffenen können lernen, mit ihr umzugehen

 

Seit zehn Jahren arbeitet das Präventionsprojekt „Kein Täter werden“ mit Männern, die sich von Kindern sexuell angezogen fühlen. Einer von ihnen ist Mark Schmidt. Bettina Markmeyer, Hauptstadtkorrespondentin des Evangelischen Pressedienstes, hat mit ihm gesprochen und stellt das Projekt vor, das demnächst von den Krankenkassen finanziert werden soll.

dpa
Kathrin Jütte

Radikaler Umbau in der Region

Die Altenkommission fordert grundlegende Änderungen des Sozialsystems

 

Starke Kommunen, Umbau der Sozialversicherungssysteme und den Erhalt des Solidarpakts II - das sind die Forderungen des kürzlich veröffentlichten siebten Berichtes zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland. Doch wie es mit der Umsetzung aussieht, ist fraglich.

dpa
Paul Nolte

Neues Weltvertrauen

In der Zeit der Entgrenzung ist Demokratie nicht selbstverständlich

 

Statt sich von der Angst vor einer Krise der Demokratie gefangen nehmen zu lassen, sollte man die Aspekte sortieren und unterscheiden. Das tut Paul Nolte, Professor für Neue Geschichte/Zeitgeschichte an der Freien Universität Berlin, der zur Zeit im englischen Oxford lehrt.

dpa / Bernd Oertwig
Daniela Hohmann / Thorsten Faas

Segen oder Fluch?

Was Internet und Social Media mit der offenen Gesellschaft machen

 

Das Internet erleichtert den Zugang zu politischen Informationen und ermöglicht politische Diskussionen. Es scheint also das ideale Medium einer liberalen Demokratie zu sein. Das überprüfen Daniela Hohmann und Thorsten Faas, die an der Universität Mainz empirische Politikforschung betreiben. Sie gehen der Frage nach, wie Staatsbürger und Parteien die Social Media nutzen, und zeigen, wie diese funktionieren.

dpa / Andreas Gebert
Hermann K. Heußner

Näher beim Bürger

Direkte Demokratie ist eine sinnvolle Ergänzung der repräsentativen Demokratie

 

Volksabstimmungen sind etwas anderes als Plebiszite, die - wie die Abstimmung über den Brexit - von oben angeordnet werden, betont Hermann K. Heußner, der an der Hochschule Osnabrück Öffentliches Recht lehrt. Er plädiert für die Einführung von Volksabstimmungen auf Bundesebene.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 12 Dezember 2016

Foto: Michael Uhlmann
Foto: Michael Uhlmann
Bettina Markmeyer

Gerechter und näher an der Lebenswirklichkeit

In der Pflegeversicherung wird vieles anders - die Pflegereform in der Zielgeraden

Zum Jahresende bekommen die 2,9 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland Bescheid von ihrer Pflegekasse. Der Grund: Im Januar wird die Pflegeversicherung reformiert. Was das bedeutet, schildert die epd-Hauptstadtkorrespondentin Bettina Markmeyer.

 

Foto: dpa/ Wolfram Kastl
Foto: dpa/ Wolfram Kastl
Bernd Oberdorfer

Kompliziertes Knäuel

Die Beurteilung der Homosexualität trennt Kirchen in Nord und Süd

Afrikanische Bischöfe reagieren empört, wenn evangelische Kirchen in Europa und Nordamerika Schwule und Lesben ins Pfarramt berufen und gleichgeschlechtliche Paare segnen. Warum das so ist, zeigt Bernd Oberdorfer, Professor für Systematische Theologie an der Universität Augsburg und Mitglied im Deutschen Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (lwb). Und er skizziert Wege zur Lösung des Konflikts.

Foto: dpa/ Patrick Pleul
Foto: dpa/ Patrick Pleul
Stephan Kosch

Von Wölfen und Wollschweinen

Die Begegnung von Mensch und Tier im Wildpark kann nachhaltige Wirkung haben

Der Wolf ist zurück in Deutschland. Wer sich darüber informieren will und einen Wolf oder ein Wisent sicher aus der Nähe betrachten möchte, kann dies zum Beispiel im Wildpark Schorfheide tun, etwa eine Autostunde von Berlin entfernt. Stephan Kosch war dort und hat mit Leiterin Imke Heyter über Begegnungen von Mensch und Tier gesprochen

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 11 November 2016

Foto: dpa
Foto: dpa
Frank-Walter Steinmeier

Mischt Euch ein

Zum Verhältnis von Reformation und Außenpolitik

Martin Luthers Theologie ist eine Botschaft der Befreiung, die jeden Menschen dazu befähigt, Verantwortung für die Welt zu übernehmen. Ausgehend von diesem Gedanken skizziert Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier seine persönliche Motivation zu einer Außenpolitik, die in allen Krisen und trotz vieler Rückschläge immer wieder diplomatische und friedliche Lösungen sucht.

Foto: dpa
Foto: dpa
Renke Brahms

Nur ein bisschen Frieden

Das Weißbuch der Bundesregierung zur Sicherheitspolitik setzt zu sehr auf das Militär

Seit Juli liegt das sogenannte Weißbuch der Bundesregierung zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr vor. Renke Brahms, Friedensbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, sieht die neue Kursbestimmung der deutschen Sicherheitspolitik kritisch. Der Blick auf zivile Konfliktlösungen komme viel zu kurz.

Foto: Markus Klüppel
Foto: Markus Klüppel
Thomas krüger

Segnung mit Milch und Wasser

Auf dem Friedhof im westfälischen Hamm gibt es ein Gräberfeld für Hindus

In der Regel verbrennen Hindus ihre Toten und verstreuen die Asche. Da das in Deutschland nicht erlaubt ist, haben Hindus in Hamm andere Bestattungsriten entwickelt. Der Journalist Thomas Krüger hat sich umgehört und umgesehen und beobachtet, wie sich eine alte asiatische Religion europäisiert.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 10 Oktober 2016

Foto: dpa/ Fgulen.Com
Foto: dpa/ Fgulen.Com
Friedmann Eißler

Autoritärer Islam

Den Prediger Gülen und Präsident Erdogan verbindet mehr, als es scheint

Die Gülenbewegung orientiert sich an einem Gesellschaftsbild, das insbesondere Frauenrechten, aber auch der Meinungs- und Religionsfreiheit und der Trennung von Religion und Staat entgegensteht, zeigt Friedmann Eißler, Islamreferent der Evangelischen Zentrale für Weltanschauungsfragen.

Foto: dpa/ AAPimages/Sight
Foto: dpa/ AAPimages/Sight
Reinhard Mawick

Denkwürdiges Zusammenspiel

Peter von der Osten-Sacken und Jérôme Boateng bekommen den Moses-Mendelssohn Preis

Deutschlands Fußballer des Jahres und ein emeritierter Theologieprofessor werden zusammen mit einem Preis ausgezeichnet. Passt das? Und wie …

Foto: dpa
Foto: dpa

Nahaufnahmen

Von gutem und schlechtem Schlaf

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 9 September 2016

Fotos: dpa
Fotos: dpa
Kai M. Funkschmidt

Die Essensjünger

Der Veganismus wird mitunter zur Ersatzreligion

Seit einiger Zeit geraten Menschen in der Kantine oder in der Mensa, zuhause oder im Restaurant in hitzige Diskussionen über das richtige Essen. Essen wird zur Weltanschauung und manchmal zu einer Art Ersatzreligion, wie besonders das Beispiel des Veganismus zeigt, erläutert Kai M. Funkschmidt, Referent der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin.

Foto: akg/ Bildarchiv Monheim
Foto: akg/ Bildarchiv Monheim
Rainer Clos

Abgebrochene Säulen

Kurios: Bei den Katholiken ist die Entkirchlichung stärker als bei den Protestanten

Auf den ersten Blick sieht es für das Christentum in den Niederlanden düster aus, zeigt eine jüngst erschienene Studie. Ein Kenner des Landes, der langjährige epd-Redakteur Rainer Clos, stellt sie vor und zeigt, dass es auch Lichtblicke gibt.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 8 August 2016

Foto: dpa/ Gail Orenstein
Foto: dpa/ Gail Orenstein
Nick Baines

Gute Samen pflanzen

Ein Lord-Bischof zur Lage nach dem Referendum

Der anglikanische Bischof von Leeds Nick Baines, der auch dem Oberhaus angehört, setzt sich kritisch mit dem Brexit auseinander. Der 58-Jährige fragt, wie es weitergeht und welche Rolle die Kirchen spielen müssen. Baines ist Mitglied des Oberhauses und englischer Co-Vorsitzender der Meißenkommission, die die Beziehung der Kirche von England und der EKD pflegt.

Fotos: Juliane Ziegler
Fotos: Juliane Ziegler
Günter Thomas

Kafkaeske Züge

Zur Reichweite von Verantwortung und Macht angesichts der Flüchtlingskrise

Ein radikaler moralischer Universalismus prägt die Haltung der deutschen Kirchen in der Flüchtlingskrise, meint Günter Thomas. Der Professor für Systematische Theologie in Bochum fordert dagegen einen moralischen Realismus, der auch partikulare Interessen berücksichtigt und damit den Anforderungen realer Endlichkeit entspricht.

Foto: akg-images
Foto: akg-images
Manfred Koch

Muße als Bürgerpflicht

Ein Streifzug durch die europäische Geschichte der Selbstkultivierung

In der Antike galt die Muße noch als Bürgerpflicht, die der Staat zu unterstützen hatte. Das Christentum und der moderne Kapitalismus sorgten jedoch für ein Arbeitsethos, in dem die Muße verdächtig erscheint. Manfred Koch, Professor für Literaturwissenschaft an der Universität Basel, beschreibt die Kulturgeschichte eines schillernden Begriffs.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 7 Juli 2016

Foto: epd/ Jörn Neumann
Foto: epd/ Jörn Neumann
Hans-Michael Heinig

Brechstange bringt nichts

Deutschland braucht kein Islamgesetz, sondern ein flexibles Religionsrecht

Das Islamgesetz, das seit gut einem Jahr in Österreich gilt, vermischt in eigenwilliger Weise Anliegen der inneren Sicherheit, der Integrationspolitik und der staatlichen Religionsförderung, meint Hans-Michael Heinig, Juraprofessor und Leiter des Kirchenrechtlichen Instituts der EKD in Göttingen. Er fordert, dass Deutschland in Sachen Religionsrecht andere Wege gehen sollte.

Foto: Michael Uhlmann
Foto: Michael Uhlmann
Stephan Kosch

Die Anarchisten

Ein Heim bei Zürich bricht Tabus bei der Betreuung Demenzkranker

Vor drei Jahrzehnten entschied sich der Krankenpfleger Michael Schmieder, bei der Betreuung von Demenzkranken neue Wege zu gehen. Er übernahm die Leitung des Heimes „Sonnweid“ bei Zürich und hat vieles anders gemacht, als es die Lehrmeinung vorsah – und sieht sich bestätigt. Die „Sonnweid“ hat Standards gesetzt, viele Einrichtungen folgen mittlerweile ihrem Beispiel. Was macht das Heim so besonders?

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 6 Juni 2016

Foto: dpa/Arpad Kurucz
Foto: dpa/Arpad Kurucz
Jan Piskorski

Merkels Fehler

Was die Geschichte für den Umgang Europas mit der Flüchtlingskrise lehrt

Die Flüchtlingskrise stellt Europa weiterhin vor große Fragen, eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Kann ein Blick in die Geschichte helfen? Der polnische Historiker Jan Piskorski, Experte für europäische Migrationsgeschichte, blickt auf die gegenwärtige Politik und vergleicht sie unter anderem mit der Situation in Griechenland vor rund 2?500 Jahren.

Foto: epd-bild/Hanno Gutmann
Foto: epd-bild/Hanno Gutmann
Rainer Clos

Der Überraschungscoup

Vor zehn Jahren erschien das EKD-Impulspapier zur Kirchenreform

Im Juli 2006 veröffentlichte der Rat der EKD mit „Kirche der Freiheit“ einen Text, der die Zukunft der Kirche in Deutschland in den Blick nahm und bis heute für Diskussionen sorgt. Der Journalist Rainer Clos erinnert an das umstrittene Papier. Und EKD-Vizepräsident Thies Gundlach zieht im Kurzinterview eine Bilanz aus seiner Sicht.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 5 Mai 2016

Foto: dpa/ Valeriy Melnikov
Foto: dpa/ Valeriy Melnikov
Gerhard Arnold

Mit Kreuz und Kalaschnikow

Christliche Milizen in Syrien und im Irak

Die Bedrohung der Christen im Nahen Osten vor allem durch die Terrororganisation „Islamischer Staat“ hat zur Gründung bewaffneter christlicher Milizen geführt. Sie haben sich trotz gegenteiliger Voten von Kirchenführern vom Grundsatz der Gewaltlosigkeit verabschiedet. Der auf friedensethische Themen spezialisierte Publizist Gerhard Arnold beschreibt die verworrene Lage.

Foto: dpa/ Thierry Monasse
Foto: dpa/ Thierry Monasse
Eric Bonse

In der Defensive

Wie ein Korrespondent die europäischen Institutionen erlebt

Europa steckt nicht nur in einer Krise, sondern gleich in mehreren. Woran liegt das? Und was bedeutet das für die Arbeit der Parlamentarier, EU-Beamten und der Journalisten? Eric Bonse, der seit 2004 als Korrespondent in Brüssel arbeitet, beschreibt die veränderte Lage.

Foto: epd/ Norbert Neetz
Foto: epd/ Norbert Neetz
Gisela Müller-Brandeck-Bocquet

Frieden und Wohlstand

Warum die EU als europäisches Einigungsprojekt unverzichtbar ist

Europa ist in Gefahr. Wenn die Länder der EU nicht aufpassen, wird die gewachsene Gemeinschaft zerbrechen. Soweit darf es nicht kommen, vielmehr muss ein Ruck durch Europa gehen, fordert Gisela Müller-Brandeck-Bocquet, Professorin für Europaforschung und Internationale Beziehungen an der Universität Würzburg.

Foto: picture alliance/ Stephen Chung
Foto: picture alliance/ Stephen Chung
Annegret Bendiek/Jürgen Neyer

Deutsche Aufgabe

Warum Europa ohne mehr Solidarität nicht mehr handlungsfähig ist

Europas Misere reicht weit über die Flüchtlings- und die Finanzkrise hinaus. Denn nun erkennen die Mitgliedstaaten, dass sie keine Solidargemeinschaft bilden und keine tragfähige Vorstellung davon haben, wie die Union zu einer solchen entwickelt werden könnte. Diese Meinung vertreten die Europaexperten Annegret Bendiek und Jürgen Neyer.

Foto: dpa/ upi
Foto: dpa/ upi
Jürgen Elvert

Der Kalte Krieg als Motor

Von der Mitteleuropa-Idee über Pan-Europa zur Europäischen Union

Europa hat seit Beginn des 19. Jahrhunderts einen weiten Weg zur Einigung zurückgelegt. Dabei ist eine vage Idee zu einer wirtschaftlichen und politischen Union geworden. Der Kölner Historiker Jürgen Elvert schildert einen weltweit einmaligen Integrationsprozess, der jedoch noch der Vollendung harrt.

Foto: dpa
Foto: dpa
Ulrike Guérot

Der Bürger als Souverän

Eine Republik der Regionen statt einer Union von Nationalstaaten

Eine europäische Republik könnte das europäische Projekt wiederbeleben. In einem solchen Gemeinwesen ginge es per Definition um das Bürgerwohl, das Gemeinwohl, die gemeinsame Sache, so die These der Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 4 April 2016

Foto: epd/ Gordon Welters
Foto: epd/ Gordon Welters
Michael Germann

Ein Teil der Staatsschulden

Warum Staatsleistungen keine Subventionen sind und wie sie abgelöst werden können

Die Staatsleistungen für die Kirchen abschaffen und stattdessen staatliche Subventionen an alle Religionsgemeinschaften zahlen – so lautete der Vorschlag, den Christian Waldhoff, Dekan der juristischen Fakultät der Berliner Humboldt-Universität, vor einigen Monaten machte. Doch dieser auf den ersten Blick geniale Schlag durch den Gordischen Knoten hinterließe auf den zweiten Blick ein paar lose Enden zu viel, meint Michael Germann, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Staatskirchenrecht und Kirchenrecht an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Foto: dpa/ Robert B. Fishman
Foto: dpa/ Robert B. Fishman
Bettina Markmeyer

Aus drei mach eins

Die geplante Reform der Pflegeausbildung sorgt für Expertenstreit

Die Koalition in Berlin will die Pflegeausbildung vereinheitlichen und hofft, den Pflegeberuf dadurch aufzuwerten. Kritiker der Reform fürchten neue Probleme durch eine Schmalspurausbildung. Die Journalistin Bettina Markmeyer erläutert die Hintergründe.

Foto: epd/ Joern Neumann
Foto: epd/ Joern Neumann
Volker Jung

Herrschaft des Rechts

In der Flüchtlingsfrage folgen die Kirchen einer Verantwortungsethik

Die Kirchen würden in der Flüchtlingsfrage „gesinnungsethisch“ agieren, kritisierte der Wiener Professor für Systematische Theologie Ulrich Körtner in zz 02/16. Ihm widerspricht Kirchenpräsident Volker Jung, der leitende Geistliche der hessen-nassauischen Landeskirche, und zeigt, welche Position die evangelischen Kirchen Deutschlands vertreten. Die Debatte über Obergrenzen lehnt er ab.

Foto: Lukas Verlag, Berlin. Aus „Emmi Bonhoeffer“
Foto: Lukas Verlag, Berlin. Aus „Emmi Bonhoeffer“

Das Schicksal des Bruders

Klaus Bonhoeffer leistete Widerstand gegen die Nazis, die ihn 1945 ermordeten

Klaus Bonhoeffer, der ältere Bruder des berühmten Theologen Dietrich Bonhoeffer, leistete wie jener Widerstand gegen die Nazis. Der Theologe Dietrich Zeilinger, Mitglied der Forschungsgemeinschaft 20. Juli, schildert das Leben des weniger bekannten Bonhoeffers und zieht eine Bilanz seines Wirkens.

Foto: dpa/ Thomas Härtrich
Foto: dpa/ Thomas Härtrich
Stephan Linck

Deutsche Christen willkommen

Evangelische Landeskirchen verleugneten lange ihre Verstrickung in den Nazismus

Nazipfarrer, die anderswo als untragbar galten, fanden nach 1945 Zuflucht in der Eutiner Landeskirche. Wie diese und die anderen Landeskirchen nördlich der Elbe mit ihrer braunen Vergangenheit umgingen, schildert Sebastian Linck, promovierter Historiker und Studienleiter der Evangelischen Akademie der Nordkirche.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 3 März 2016

Foto: dpa
Foto: dpa
Ulrich Duchrow

Radikale Reformation

2017 im Zeichen des Kampfes gegen das „westliche Ich“

„Radicalizing Reformation“ ist der Name und der Anspruch eines internationalen Forschungsprojektes, in dem rund vierzig Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen seit vier Jahren nach der Bedeutung der Reformation für die Gegenwart fragen. Ulrich Duchrow, außerplanmäßiger Professor für systematische Theologie an der Universität Heidelberg, ist einer der beteiligten Wissenschaftler und erläutert die Forschungsergebnisse.

Foto: epd/ Rolf Zöllner
Foto: epd/ Rolf Zöllner
Jacob Joussen

Die neue Gretchenfrage

Müssen Mitarbeiter der Diakonie Kirchenmitglieder sein?

Seit Jahren ist es eine zentrale Streitfrage der Diakonie: Müssen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diakonischer Einrichtungen Kirchenmitglieder sein? Jacob Joussen, Bochumer Juraprofessor, Spezialist für das kirchliche Arbeitsrecht und seit November Mitglied des Rates der  EKD, legt sich fest: Nein, das muss nicht mehr sein!

Foto: epd/Sebastian Backhaus
Foto: epd/Sebastian Backhaus
Arnulf von Scheliha

Gebot des Wohlwollens

Warum Regierung und Bürger Flüchtlingen helfen müssen

Bei der Flüchtlingspolitik und den Äußerungen der Kirchen dazu konstatierte der Wiener Systematiker Ulrich Körtner in zeitzeichen 02/16 ein Zuviel an Gesinnungsethik. Anderer Auffassung ist Arnulf von Scheliha, Direktor des Instituts für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Er schlägt einen Bogen vom Alten und Neuen Testament, über den Philosophen Immanuel Kant und den Theologen Friedrich Schleiermacher in die Gegenwart.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 2 Februar 2016

Foto: dpa/ Djordje Savic
Foto: dpa/ Djordje Savic
Ulrich Körtner

Mehr Verantwortung, weniger Gesinnung

In der Flüchtlingsfrage weichen die Kirchen wichtigen Fragen aus

Dass die Kirchen die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützen, hält Ulrich Körtner für problematisch. Der aus Deutschland stammende Systematische Theologe, der an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien lehrt, fordert, dass die evangelische Kirche stärker die Zwei-Reiche-Lehre berücksichtigt und eine Verantwortungsethik praktiziert.

UNFoto: dpa/ Apaydin Alain
UNFoto: dpa/ Apaydin Alain
Nick Reimer

Ein Deckblatt aus Paris

Das jüngst vereinbarte UN-Klimaabkommen muss noch zahlreiche Hürden nehmen

Die Klimakonferenz in Paris war ein Erfolg, denn immerhin wurde ein neues weltweites Klimaschutzabkommen vereinbart. Damit die Absichtserklärungen aber tatsächlich zu einem beherrschbaren Klimawandel führen, müssen zahlreiche Probleme gelöst werden. Nick Reimer, Chefredakteur des Internet-Portals Klimaretter.info, war in Paris dabei und beschreibt die kommenden Herausforderungen.

Foto: epd/ Norbert Neetz
Foto: epd/ Norbert Neetz
Hartmut Kreß

Historischer Durchbruch

Vor vierzig Jahren trat die sozialliberale Reform zum Schwangerschaftsabbruch in Kraft

Vierzig Jahre ist es her, dass der Paragraph 218 des Strafgesetzbuches gegen erbitterte Widerstände auch der Kirchen reformiert wurde. Er respektiert die Fortpflanzungsfreiheit der Frau und ihr Grundrecht auf Selbstbestimmung. Gleichzeitig sorgt er dafür, dass Schwangere ergebnisoffen beraten werden, wie der Bonner Sozialethiker Hartmut Kreß aufzeigt.

Fotos: Andrea Enderlein
Fotos: Andrea Enderlein
Reinhard Mawick

Wider die Tabuzone

Beratung zu Sexualität und geistiger Behinderung in Mainz

Sexualität und Partnerschaft bei Menschen mit geistiger Behinderung gehört zu den Themen, über die nur ungern gesprochen wird. Die kürzlich gegründete Beratungsstelle „Liebelle“ in Mainz möchte die Tabuisierung dieser existenziellen Fragen aufbrechen und konkret helfen.

Foto: Saba Laudanna
Foto: Saba Laudanna
Peter Dabrock

Freiheit als Markenkern

Worin sich eine evangelische Sexualethik von der offiziell katholischen unterscheidet

 Anders als die römisch-katholische Kirche kennen die evangelischen Kirchen kein verbindliches sexualethisches Normengefüge. Und trotzdem plädiert eine evangelische Sexualethik nicht einfach für Beliebigkeit, sondern orientiert sich an einer verbindlich verstandenen Freiheit, erläutert Peter Dabrock, Professor für Systematische Theologie an der Universität Erlangen-Nürnberg.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 1 Januar 2016

Foto: zeitzeichen
Foto: zeitzeichen
Hans-Joachim Maaz

Banker, Politiker, Dealer

Woher die Wachstumsgier kapitalistischer Gesellschaften kommt

Narzisstische Störungen bei Erwachsenen - ausgelöst durch einen frühkindlichen Mangel an Bestätigung und Bindung - führen in die Sucht und die Gier. Und auch in eine kapitalistische und globalisierte Profitgier. Diese These vertritt der Hallenser Psychiater Hans-Joachim Maaz. 

Foto: dpa / Catherina Hess
Foto: dpa / Catherina Hess
Ulrich Eibach

Leiden gehört zum Geschöpfsein

Paragraph 217: Warum das neue Gesetz zum assistierten Suizid keine Klarheit schafft

Mit deutlicher Mehrheit hat vor kurzem der Bundestag ein Strafgesetz beschlossen, dass die Beihilfe zum Suizid regeln soll. Der Bonner Theologieprofessor Ulrich Eibach kritisiert das neue Gesetz und fordert Klarheit, dass es kein Recht auf Suizid und Beihilfe dazu gibt.

Foto: dpa-Infografik
Foto: dpa-Infografik
Stephan Kosch

Die Daten der Anderen

Warum der Bundesinnenminister keinen Migrationshintergrund hat

Wieviele Menschen mit Migrationshintergrund leben in Deutschland? Wer zählt dazu? Wie ist ihr sozialer und gesetzlicher Status? Fragen und  Antworten zu einem heiß diskutierten Thema.

Foto: dpa / Agentur Voller Ernst
Foto: dpa / Agentur Voller Ernst
Jochen Oltmer

Kein Jahr ohne Migration

Die jüngere Geschichte Deutschlands ist durch Einwanderung geprägt

Deutschland ist ein Einwanderungsland - und das schon seit langem. Jochen Oltmer, Historiker am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien an der Universität Osnabrück, beschreibt die Einwanderung nach Deutschland seit dem 19. Jahrhundert und die Politik, die diese jeweils begleitete.

Foto: dpa
Foto: dpa
Damian Ghamlouche

Ein stetes Verhandeln

Was Integration in der postmigrantischen Gesellschaft bedeuten kann

"Der Fremde kommt nach Deutschland und muss sich anpassen und einfügen." Diesem platten Muster folgen noch immer viele Diskussionen über Integration von Migranten. Doch diese Vorstellung ist überholt, macht Damian Ghamlouche, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung, deutlich. Statt dessen gehe es darum, Konzepte für die postmigrantische Gesellschaft zu entwickeln.

Foto: dpa
Foto: dpa
Katharina Stamm

Wechsel zur Weltoffenheit

Ein Plädoyer für ein neues Paradigma in der Einwanderungspolitik

Deutschland braucht Einwanderung, um seine Wirtschaftskraft zu sichern. Doch bei der Debatte um einen neuen gesetzlichen Rahmen sollte es um mehr gehen als um Visa und Arbeitserlaubnisse, meint Katharina Stamm, Referentin für Migrationsrecht bei der Diakonie Deutschland. Es gehe um einen Paradigmenwechsel hin zu einer weltoffeneren Gesellschaft, die Migration als Normalität begreift.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 12 Dezember 2015

Foto: dpa
Foto: dpa
Thomas Söding

Enge Tür

Feindesliebe gilt auch gegenüber den Feinden der Flüchtlinge

Politiker haben immer wieder behauptet, mit der Bergpredigt könne man nicht regieren. Thomas Söding, der an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bochum Neues Testament lehrt, skizziert, wie das Gebot der Feindesliebe praktiziert werden kann, ohne die Flüchtlinge dem Mob und seinen klammheimlichen Sympathisanten preiszugeben.

Foto: dpa
Foto: dpa
Konrad Ege

Brutal und fromm

US-Behörden fördern die Seelsorge an Gefangenen, aber behandeln sie unmenschlich

Obwohl Kirche und Staat in den USA getrennt sind, werden Gefängnispfarrer vom Staat besoldet. Und ehrenamtliche Seelsorger, darunter viele Evangelikale, dürfen Häftlinge besuchen. Was das bewirkt, schildert der Washingtoner Journalist Konrad Ege.

Foto: Brigitte Lehnhoff
Foto: Brigitte Lehnhoff
Brigitte Lehnhoff

Unerledigte Päckchen

Wie Deutsche und Polen über Versöhnung denken

Seit 40 Jahren engagieren sich Christen aus Ost- und Westdeutschland in einem Versöhnungsprojekt für das Kindergesundheits- und Gedächtniszentrum in Warschau. Auch in diesem Sommer waren wieder Freiwillige dort, um tatkräftig mit anzupacken. Zum letzten Mal allerdings, denn das Projekt wurde nun offiziell beendet. Ist Versöhnung also von gestern? Die Journalistin Brigitte Lehnhoff hat den Einsatz begleitet.

Foto: Alcorde Verlag
Foto: Alcorde Verlag
Klaas Huizing

Seiner Zeit voraus

Vor 500 Jahren geboren: Sebastian Castellio, ein Vordenker der Toleranz

500 Jahre ist es her, dass Sebastian Castellio (1515-1563) in einem kleinen savoyischen Dorf zur Welt kam. 1540 war er zur Reformation übergetreten, und seine Toleranzschriften wurden nahezu in ganz Europa diskutiert. Der Würzburger Theologieprofessor Klaas Huizing porträtiert den Vordenker der Toleranz.

Foto: Bildarchiv bpk
Foto: Bildarchiv bpk
Axel Fischer

Ein kindlich-frommes Gemüth

Das Comeback des Weihnachtsoratoriums im 19. Jahrhundert

Anders als die Matthäuspassion, deren Wiederaufführung durch Felix Mendelssohn-Bartholdy 1829 die "Bach-Renaissance" einleitete, hatte es das Weihnachtsoratorium im modernen Konzertleben zunächst schwer.


Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 11 November 2015

Foto: epd/ Rolf Zöllner
Foto: epd/ Rolf Zöllner
Stefanie Schardien

Mehr als nur Nuancen

Die evangelischen Kirchen in Europa beurteilen Sterbehilfe unterschiedlich

In Deutschland vertritt die evangelische Kirche in der Diskussion um ein neues Gesetz offiziell eine klare Position gegen den assistierten Suizid. In anderen protestantischen Kirchen in Europa wird anders gedacht, oder das Thema steht nicht auf der Tagesordnung. Die Erlanger Theologin Stefanie Schardien gibt einen Überblick.

Foto: dpa/ Dimitris Michalaskis
Foto: dpa/ Dimitris Michalaskis
Christoph Fleischmann

Befreit von aller Schuld

Ein Schuldenerlaß für Griechenland würde der biblischen Tradition entsprechen

In der biblischen Tradition existiert ein enger Zusammenhang zwischen der moralischen Schuld und der finanziellen Verschuldung, meint der Theologe und Journalist Christoph Fleischmann. Somit ziele der Umgang mit Schuldnern, wie etwa dem griechischen Staat, auf den Kern der christlichen Botschaft. Vor diesem Hintergrund fordert Fleischmann, dass sich die Kirchen für einen Schuldenerlass einsetzen sollten.

Foto: Andreas Schoelzel
Foto: Andreas Schoelzel
Stephan Kosch

Heidi sei Dank

Wenn aus jugendlichen Flüchtlingen Gipfelstürmer werden

Im Spätsommer trafen sich zweiunddreißig Jugendliche zu einem gemeinsamen Theaterprojekt. Viele von ihnen lebten zu diesem Zeitpunkt in einem Flüchtlingsheim in Berlin-Lichtenberg. Sie trafen auf Jugendliche aus dem Prenzlauer Berg. Das Ziel: Eine gemeinsame Theateraufführung innerhalb von fünf Tagen. Hier das Protokoll einer Begegnung.

Fotos: akg-images
Fotos: akg-images
Achim Detmers

Ein wenig Licht, viel Schatten

Die reformierten Reformatoren lehnten Juden ab, aber weniger heftig als Luther

Die schlimmen Ausfälle Martin Luthers gegen die Juden sind im Vorfeld des Reformationsjubiläums 2017 immer wieder ein Thema. Aber wie verhielten sich eigentlich andere Reformatoren in dieser Frage? Der Generalsekretär des Reformierten Bundes, Achim Detmers, zeigt Übereinstimmungen mit Luther und Unterschiede.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 10 Oktober 2015

Foto: dpa/ Wiktor Dabkowski
Foto: dpa/ Wiktor Dabkowski
Doris Peschke

Herausforderung für Europa

Empfehlungen für eine angemessene EU-Flüchtlingspolitik

Die zunehmende Zahl von Flüchtlingen, die nach Europa kommen, stellt die Mitgliedstaaten der EU vor große Aufgaben. Die bisherige Asylpolitik stößt an ihre Grenzen. Nicht nur die Bundesregierung fordert eine neue, gemeinsame Flüchtlingspolitik. Doris Peschke, Generalsekretärin der kirchlichen Kommission für Migranten in Europa (CCME), beschreibt die Problemlage und Grundsätze, die eine europäische Flüchtlingspolitik beachten muss.

Foto: Natascha Gillenberg
Foto: Natascha Gillenberg
Natascha Gillenberg

Hilfe für den Staat

Warum eine Gemeinde Iranern Asyl gewährt

Derzeit schützen deutschlandweit fast 300Kirchenasyle mehr als 450Personen, darunter viele Familien mit Kindern. Eine Familie aus dem Iran hat Unterschlupf im brandenburgischen Joachimsthal gefunden, wie die Berliner Journalistin Natascha Gillenberg bei einem Besuch festgestellt hat.

Foto: epd/ Rüdiger Niemz
Foto: epd/ Rüdiger Niemz
Udo Feist

Wer soll das bezahlen?

Aufregung um die Finanzierung des Kirchentags 2019 in Dortmund

Bislang bekamen Katholiken- und Kirchentage zu ihrer Finanzierung stets auch Geld von der Stadt, in der sie stattfanden. Doch für den Kirchentag 2019 in Dortmund stand dieser Zuschuss bis vor kurzem auf der Kippe. zeitzeichen-Autor Udo Feist erklärt, wie es dazu kam.

Foto: dpa/ Florian Monheim
Foto: dpa/ Florian Monheim
Gerhard Besier

Weg ins Freie

Mit ausländischer Nachhilfe bekannte sich die EKD 1945 zu deutscher Schuld

Am 18. und 19. Oktober vor siebzig Jahren verabschiedeten Vertreter der Bekennenden Kirche die "Stuttgarter Schulderklärung". Wie es dazu kam und welche Folgen das Bekenntnis hatte, schildert der Kirchenhistoriker Gerhard Besier.

Foto: dpa/ Karin Hill
Foto: dpa/ Karin Hill
Hans Michael Heinig

Zur Verantwortung berufen

Was von der EKD-Denkschrift zur Demokratie geblieben ist

Vor dreizig Jahren äußerte sich die EKD zum Verhältnis von Protestantismus und Demokratie. Der Göttinger Juraprofessor Hans Michael Heinig, der auch das Kirchenrechtliche Institut der EKD leitet, schildert, wie es zur Demokratiedenkschrift kam und was an ihr nach wie vor aktuell ist. Damals war einer der Streitpunkte die Frage, ob Widerstand gegen Entscheidungen demokratisch gewählter Parlamente und Regierungen legitim ist.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 9 September 2015

Foto: dpa/ Shen Hong
Foto: dpa/ Shen Hong
Stephan Kosch

Neue Ziele, neues Glück?

Die nachhaltigen Entwicklungsziele der UN gelten auch für Deutschland

Vor fünfzehn Jahren wurden die UN-Jahrtausendziele verabschiedet. Bis 2015 sollten Armut, Hunger und Krankheit in den Entwicklungsländen drastisch reduziert werden. Viel wurde geschafft, doch nicht alle Ziele wurden erreicht. Deshalb nimmt die Weltgemeinschaft einen neuen Anlauf und will in diesem Monat die nachhaltigen Entwicklungsziele verabschieden.

Foto: epd/ Keystone
Foto: epd/ Keystone
Reinhard Mawick

Handeln, wenn es nottut

Am 1. Oktober vor 50 Jahren erschien die berühmte  Ostdenkschrift der EKD

Die Ostdenkschrift der EKD löste 1965 große Diskussionen aus. Sie gilt als Wegbereiterin der Entspannungspolitik. Heute wünscht sich eine Gruppe mit dem ehemaligen Generalsekretär des Weltkirchenrates, Konrad Raiser, eine "Neue Ostdenkschrift". Ihm lassen die neuen Konflikte in Osteuropa keine Ruhe, und er fordert: Die EKD
soll erneut handeln.

Foto: dpa/ Eventpress Stauffenberg
Foto: dpa/ Eventpress Stauffenberg

Drei Autoren, drei Gegenpositionen

Bücher über Sterbehilfe haben Konjunktur – drei leidenschaftliche  Plädoyers

Anfang Juli hat sich der Bundestag mit einer Neuregelung der Beihilfe zur Selbsttötung befasst, die zum Ende des Jahres in ein Gesetz münden soll. Die Positionen der Gegner und Befürworter finden sich auch in aktuellen
Sachbüchern zum Thema wieder.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 8 August 2015

Foto: epd/Andreas Fischer
Foto: epd/Andreas Fischer
Stephan Schaede

Mut zur Schlagfertigkeit

Theologische Anmerkungen zum Streit über die Strafbarkeit von Blasphemie

Immer wieder ärgern sich religiöse Menschen, wenn ihre Religion geschmäht wird. Dramatisch wird es, wenn aufgrund angeblicher Gotteslästerung, im Fachjargon Blasphemie, gemordet wird, wie es Anfang des Jahres in Paris geschah. Danach häuften sich die Forderungen nach Verschärfung des gesetzlichen Schutzes der Religion vor Beschimpfung. Der Theologe Stephan Schaede, Direktor der Evangelischen Akademie in Loccum, ist aus grundsätzlichen Erwägungen entschieden dagegen.  

Foto: dpa/Wolfgang Minich
Foto: dpa/Wolfgang Minich
Gert Pickel

Wahlverwandtschaften

Konservative Protestanten und Rechtspopulisten

Der konservative Protestantismus und der Rechtspopulismus sind nicht deckungsgleich, aber es gibt Beziehungen, stellt der Leipziger Professor für Religions- und Kirchensoziologie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig Gert Pickel fest.

Fotos: dpa
Fotos: dpa
Klausbernd Vollmar

Rausch der Tiefe

Das Blau sorgt für Grenzerfahrungen und steht doch für ewige Werte

Jede Farbe hat symbolische Bedeutungen, die bewusst oder unbewusst in uns wirken. Die Kommunikation der Farben beruht auf Archetypen, aber auch auf historischen, kulturellen und sozialen Werten, die sich im Laufe der Zeit ändern. Was das Blau mit uns macht, beschreibt der Farbpsychologe Klausbernd Vollmar.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 7 Juli 2015

Foto: dpa/ John Godbey
Foto: dpa/ John Godbey
Konrad Ege

Auch sonntags getrennt

Wie Kirchen auf die Tötungen von Afroamerikanern durch die Polizei reagieren

Schwarze und weiße Amerikaner bleiben weitgehend unter sich. Und unter den Afro-Amerikanern gibt es eine Kluft zwischen den Kirchenleuten und den Jugendlichen, zeigt der Washingtoner Journalist Konrad Ege.

Foto: epd/ Egmont Strigl
Foto: epd/ Egmont Strigl
Dieter Vieweger

Drohendes Vergessen

Über den unendlichen Wert antiker Kulturzeugnisse

Die Zerstörungswut islamistischer Terroristen gegen antike Kulturdenkmäler in Irak und Syrien sorgt für weltweites Entsetzen. Dieter Vieweger, Leitender Direktor des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes in Jerusalem und Amman, gibt einen Überblick über die Wiederentdeckung und die Bedeutung dieser Schätze für die biblische Archäologie.

Foto: Tobias Goldkamp
Foto: Tobias Goldkamp
Kathrin Jütte

Die Angst vor dem Sterben

Warum in Deutschland so heftig über die Hilfe zum Suizid gestritten wird

So kontrovers wie kaum ein anderes Thema wird die Beihilfe zum Suizid diskutiert, auch beim Stuttgarter Kirchentag. Es ist weiter fraglich, ob sich der Bundestag im Herbst auf ein Gesetz einigen wird.

Foto: epd/ Norbert Neetz
Foto: epd/ Norbert Neetz
Stephan Kosch

Geld, Gates, Gutes

Die Wirtschaft war ein zentrales Thema im wohlhabenden Schwabenland

Reichtum galt so manchem linken Kirchentagsbesucher früher als anrüchig. Das ist vorbei, man kann ja mit Geld auch viel Gutes tun. Aber ist die Systemfrage damit passé?

Foto: akg-images
Foto: akg-images
Kathrin Weber

Zornmütiger Seelenbestandteil

Wut und Zorn: Ein Streifzug von durch die Jahrhunderte

Europäische Denker und Wissenschaftler entwarfen schon in der Antike verschiedene Bilder von Wut und Zorn, die auf eine moralische oder eine ästhetische Bewertung zielten. Einen Überblick über die Jahrhunderte liefert die Bielefelder Romanistin Kathrin Weber.

Foto: dpa/ Tobias Hase
Foto: dpa/ Tobias Hase
Felix Butzlaff

Gefühl einer Krise

Wut und Protest - wie sich die Voraussetzungen der Demokratie ändern

Das Wort "Wutbürger" wurde von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres 2010 gekürt. Doch was steckt dahinter? Es geht im Kern um eine neue Balance in Politik, Demokratie und Gesellschaft und um die Frage nach der Stellung des Bürgers in ihr, meint Felix Butzlaff, Politikwissenschaftler am Göttinger Institut für Demokratieforschung.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 6 Juni 2015

Foto: dpa/ Daniel Reinhardt
Foto: dpa/ Daniel Reinhardt
Hans Diefenbacher

Der Teich ist voll

"Postwachstum" heißt die Herausforderung für die Ökonomie des 21. Jahrhunderts

Unendliches Wachstum ist noch immer die Grundannahme der klassischen Ökonomie. Was passiert aber, wenn alle Konsumbedürfnisse befriedigt sind? Hans Diefenbacher von der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (fest) beschreibt die Hintergründe.

Foto: dpa/ Matthias Bein
Foto: dpa/ Matthias Bein
Mehrdad Payandeh

Wachstum mit Sinn und Verstand

Warum das Leitbild einer Verzichtsökonomie in die Irre führt

Wirtschaftliches Wachstum ist kein Selbstzweck. Vielmehr kann es eingebettet in einen intelligenten Masterplan für mehr Lebensqualität, grünere Städte und geringere Armut weltweit sorgen. Mehrdad Payandeh, Leiter der Abteilung Wirtschafts-, Finanz- und Steuerpolitik im Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes, erläutert, wie Wachstum bei der Transformation der Wirtschaft zu mehr Nachhaltigkeit beitragen kann.

Foto: dpa/Stefan Puchner
Foto: dpa/Stefan Puchner

Es geht auch anders

Vier Unternehmen als Erfolgsbeispiele für nachhaltiges Wirtschaften

Eine Modefabrik, eine Internetplattform für privates Carsharing, Biolebensmittel für München und eine regionele Bank für kleine Unternehmen: Nachhaltiges Wirtschaften funktioniert auch in der Praxis.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 5 Mai 2015

Foto: dpa/ Science Phpt Libary
Foto: dpa/ Science Phpt Libary
Jens Ried

Das gewisse Extra

Wenn ein Kind Erbgut von drei Erwachsenen in sich trägt, trifft das auf ethische Bedenken

Vor einigen Monaten machte in Großbritannien das Parlament den Weg frei für die Mitochondrien-Ersatz-Therapie, bei dem das Erbgut eines Paares mit Kinderwunsch in die Eizelle einer anderen Frau implantiert wird. In der Debatte unter dem Stichwort "Drei-Eltern-Kind" hat die Kirche von England deutlich gegen diese medizinische Option Position bezogen. Die Evangelische Kirche in Deutschland hingegen hat bislang dazu geschwiegen. Der auf bioethische Fragen spezialisierte Theologe Jens Ried von der Universität Erlangen beschreibt Chancen und Fragen, die diese Therapie mit sich bringt.

Foto: dpa/ Andreas Weihmayr
Foto: dpa/ Andreas Weihmayr
Olaf Zimmermann

Vermarktung der Welt

Warum sich Kulturschaffende gegen das Freihandelsabkommen TTIP wehren müssen

Noch immer verhandeln Vertreter der Europäischen Union und der USA über ein neues Freihandelsabkommen (TTIP). Die Kritiker sind zahlreich. In zz 1/2015 führte Sven Hilbig von "Brot für die Welt" entwicklungspolitische Argumente gegen TTIP ins Feld. Im Folgenden beschreibt Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates und Landessynodaler in Berlin-Brandenburg, warum die Kulturschaffenden TTIP fürchten müssen.

 

Foto: Hedwig Gafga
Foto: Hedwig Gafga
Hedwig Gafga

Ein Segen für die Gemeinde

Wie eine evangelische Kirchengemeinde in Hamburg Flüchtlingen hilft und davon profitiert

Der "Luthercampus" in Hamburg ist ein offenes Gemeindezentrum gerade für Kirchenferne. Doch nun kümmern sich die Mitarbeiter um Flüchtlinge, die wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt wurden. Von den Begegnungen profitieren beide Seiten, hat die Journalistin Hedwig Gafga bei ihren Gesprächen mit Flüchtlingen und Einheimischen festgestellt.

Foto: dpa
Foto: dpa
Bettina Markmeyer

Mehr Geld, mehr Leistung

Die Pflegereform der großen Koalition bringt zahlreiche kleine Verbesserungen

Wie wird die Pflege in einer alternden Gesellschaft künftig noch zu leisten und zu finanzieren sein? Zwar bringt die neue Pflegereform kleine Verbesserungen, doch eine Antwort auf diese Frage kann auch sie nicht geben. Die Berliner Journalistin Bettina Markmeyer gibt einen Überblick.

Foto: dpa
Foto: dpa
Hanneli Döhner

Der größte Pflegedienst der Nation

Warum pflegende Angehörige unter der Belastung zerbrechen können

In Deutschland sind gut 2,6 Millionen Menschen pflegebedürftig. Mehr als zwei Drittel von ihnen werden zu Hause versorgt, zumeist von Angehörigen. Diese sind erheblichen Belastungen ausgesetzt, wie Hanneli Döhner, Sozialgerontologin und Mitbegründerin des Vereins "wir pflegen!", beschreibt.

Foto: dpa
Foto: dpa
Heike Haarhoff

Demenzdorf oder Alten-WG

Warum unterschiedliche Wohn- und Betreuungsformen wichtig sind

Angesichts der Situation in der Pflege in Deutschland halten es Experten für ehrlicher, Menschen mit Demenzerkrankungen auch in speziell für sie vorgesehene, gut ausgestattete Einrichtungen zu versorgen. Die Gesundheitsjournalistin Heike Haarhoff berichtet über unterschiedliche Positionen.

Foto: epd/ Werner Krueper
Foto: epd/ Werner Krueper

Wenn Lebenssicherheit verloren geht

Die Pflege von Angehörigen führt viele Menschen an ihre Grenzen

Wenn Menschen pflegebedürftig werden, ändert sich das Leben grundlegend - auch für die Betreuenden.

 

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 4 April 2015

Foto: Lepsiushaus Potsdam
Foto: Lepsiushaus Potsdam
Rolf Hosfeld

Eine deutsche Ausnahme

Warum sich der protestantische deutsche Patriot Johannes Lepsius gegen die Regierung stellte

Im späten Frühjahr 1915 begann die systematische Deportation der armenischen Bevölkerung aus dem Osten Anatoliens. Sie hatte deren Vernichtung zum Ziel. Rolf Hosfeld, wissenschaftlicher Leiter des Potsdamer Lepsiushauses, beschreibt das Engagement des evangelischen Theologen Johannes Lepsius, der versuchte, die Überlebenden - meist Frauen und Waisenkinder - zu retten.

Foto: Stefan Pangritz
Foto: Stefan Pangritz
Jürgen Gottschlich

Auf dem Weg zur Entschuldigung

Wie in der Türkei der Völkermord an den Armeniern diskutiert wird

Über viele Jahrzehnte war der von der türkischen Regierung vor hundert Jahren veranlasste Völkermord an den Armeniern ein ehernes Tabu in der öffentlichen Debatte in der Türkei. Doch in den vergangenen Jahren hat sich das geändert. Zwar warten die Armenier weiterhin auf eine offizielle Entschuldigung, doch sie rückt Schritt für Schritt näher. Daran hat die Zivilgesellschaft einen entscheidenden Anteil. Der in Istanbul lebende Buchautor und Journalist Jürgen Gottschlich zeichnet die Debatte nach.

Foto: epd/ Hanno Gutmann
Foto: epd/ Hanno Gutmann
Wolfgang Huber

Beginn des Lebens

Vor siebzig Jahren ermordeten die Nazis den Theologen Dietrich Bonhoeffer

Dietrich Bonhoeffer fiel wie andere Mitglieder der Widerstandsgruppe um Admiral Wilhelm Canaris einem Justizmord der Nazis zum Opfer. Der Bundesgerichtshof nahm daran noch elf Jahre später keinen Anstoß, und die Mörder und Mordgehilfen blieben unbehelligt. Daran erinnert der frühere Ratsvorsitzende der EKD Wolfgang Huber. Und er beschreibt, wie stark Bonhoeffers Leben und Theologie international nachwirkt.

Foto: dpa/ Simon Chapman
Foto: dpa/ Simon Chapman
Claudia Janssen

Angst vor der Vielfalt

Aktueller Transformationsprozess: Warum Geschlechterfragen Zukunftsfragen sind

Vor einem Jahr wurde das "Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie" in Hannover eröffnet. Oftmals erreichen negative Reaktionen die Mitarbeiterinnen. Die geschäftsführende Studienleiterin des Studienzentrums, Claudia Janssen, erklärt, warum Fragen nach der eigenen Identität und der Gestaltung von Beziehungen so viele Ängste hervorrufen.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 3 März 2015

Foto: epd/ Matthias Schumann
Foto: epd/ Matthias Schumann
Friedrich Wilhelm Graf

Ruhe, liebes Abendland

Über das Werden eines schillernden Begriffes

Seit einiger Zeit versetzen die Pegida-Demonstrationen in Dresden samt ihren Ablegern die Öffentlichkeit in Aufregung. "Abendland" war auf einmal in aller Munde. Friedrich Wilhelm Graf zeigt die Geschichte und die Facetten des Begriffes auf. Der Münchner Systematiker ist sich sicher: Bisher hat das Abendland seine Retter ganz gut überstanden.

Foto: Dirk Pieper
Foto: Dirk Pieper
Thomas Krüger

Verstreut unter dem Rosenstrauch

Die deutsche Bestattungspraxis ist im Wandel begriffen, besonders in Bremen

Bremen erlaubt das Verstreuen von Totenasche auf Privatgrundstücken und löst damit eine Debatte über die Bestattungskultur aus. Doch einstweilen will kein anderes Bundesland so weit gehen wie die Hansestadt. Der Journalist Thomas Krüger gibt einen Überblick.

Foto: dpa/ Claus Schunk
Foto: dpa/ Claus Schunk
Kai Schlieter

Verrohung hinter Gittern

Warum Haftstrafen die Gesellschaft nicht sicherer machen

Derzeit sitzen 62.000 Menschen in Deutschland hinter Gittern. Vergewaltiger, Totschläger und Mörder, doch vor allem Schwarzfahrer, Gepfändete, Drogenabhängige, Kleinkriminelle, Steuerbetrüger, Einbrecher oder Heiratsschwindler. Werden sie im Gefängnis zu ehrlicheren Menschen? Der Journalist Kai Schlieter hat sich intensiv mit dem deutschen Strafvollzug beschäftigt und kommt zu dem Schluss: Mit weniger Häftlingen wäre Deutschland sicherer.

Foto: dpa/ Christian Ohde
Foto: dpa/ Christian Ohde
Urs Fuhrer

Zwischen Konsequenz und Strafe

Kinder müssen lernen, dass ihr Verhalten Folgen hat

Strafe als Mittel der Erziehung ist verpönt. Gleichzeitig fordern Pädagogen, dass Kindern und Jugendlichen immer wieder Grenzen gesetzt werden müssen. Urs Fuhrer, Professor für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie der Universität Magdeburg, beschreibt das Verhältnis von Konsequenz und Strafe.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 2 Februar 2015

Foto: dpa/ Samot
Foto: dpa/ Samot
Annette Jensen

Keine Kohle für die Kohle

Kirchen, Kommunen und Universitäten ziehen ihr Geld aus der fossilen Industrie ab

Auch kirchliches Vermögen soll nicht mehr in der Kohle-, Gas- und Ölbranche investiert werden. Das ist das Ziel der Kampagne "Gofossilfree". Die Schwedische Kirche macht ebenso mit wie die Quäker in Großbritannien, der Weltkirchenrat empfiehlt die Teilnahme. Die Umweltjournalistin Annette Jensen erklärt, worum es dabei geht.

Foto: dpa
Foto: dpa
Sven Hilbig

Sonderrechte für Konzerne

Warum "Brot für die Welt" das geplante Freihandelsabkommen der eu und USA ablehnt

Soweit bekannt, sollen Konzerne in der Freihandelszone aus USA und EU das Privileg bekommen, Staaten wegen ihrer Umwelt- und Sozialpolitik vor privaten Schiedsgerichten auf Schadenersatz zu verklagen. Die evangelische Hilfsorganisation Brot für die Welt lehnt dies ab und befürchtet - wie ihr Referent für Welthandel und globale Umweltpolitik Sven Hilbig zeigt - auch negative Auswirkungen des Freihandelsabkommens auf Entwicklungs- und Schwellenländer.

Foto: epd/ Rolf Zöllner
Foto: epd/ Rolf Zöllner
Werner Weinholt

Gott in der Verfassung

Wie hältst Du's mit der Präambel? Eine Frage des Selbstverständnisses

Alle Jahre wieder werden irgendwo in Deutschland Verfassungen überarbeitet oder neu geschaffen. Regelmäßig steht in den Prozessen der Verfassungsgebung die Frage zur Debatte, ob die künftige Verfassung eine Präambel (Vorspruch) mit Bezug auf Gott haben soll. Werner Weinholt, Theologe in Berlin, hat sich umgesehen: Der aktuellste Fall ist Schleswig-Holstein.

Foto: akg-images/ Ernst Troeltsch
Foto: akg-images/ Ernst Troeltsch
Johann Hinrich Claussen

Wider den unseligen Lutherismus

Mit Ernst Troeltsch auf das Reformationsjubiläum 2017 geblickt

Am 17. Februar 1865 - vor genau 150 Jahren - wurde Ernst Troeltsch geboren, einer der bedeutendsten Vertreter der liberalen Theologie vor dem Ersten Weltkrieg. Aus diesem Anlass hat Johann Hinrich Claussen, Hauptpastor und Propst in Hamburg, einen der wichtigsten Aufsätze Troeltschs im Hinblick auf das Reformationsjubiläum 2017 neu gelesen und dessen Haltung im Ersten Weltkrieg beleuchtet.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 1 Januar 2015

Foto: dpa/ Walter G. Allgöwer
Foto: dpa/ Walter G. Allgöwer
Christoph Butterwegge

Ein zweifelhaftes Jubiläum

Zehn Jahre Hartz IV - Was die Arbeitsmarktreform bewirkt hat

Seit vor zehn Jahren die Arbeitsmarktreform am 1. Januar 2005 eingeführt wurde, hat sich Deutschland tiefgreifend verändert. Umstritten ist jedoch, ob die Reform ein Erfolg oder ein Misserfolg war. Der Kölner Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge blickt zurück.

Fotos: epd/ Alexander Stein
Fotos: epd/ Alexander Stein
Thomas Klatt

Der etwas andere Beruf

Soziale und theologische Fragen zur Prostitution in Deutschland

Prostitution gilt in Deutschland seit einigen Jahren nicht mehr als "sittenwidrig". Doch nun droht durch Registrierungen ein Roll-back. Außerdem tun sich Theologie und Diakonie immer noch schwer mit der Bewertung des angeblich ältesten Gewerbes der Welt. Der Journalist Thomas Klatt beleuchtet Tendenzen und Meinungen.

Aus: Michael Mathias Prechtl: Denkmalerei
Aus: Michael Mathias Prechtl: Denkmalerei
Helmut Kremers

In der Schwebe

Der historische Blick ist relativ. Auch wenn er auf das Reformationsjubiläum trifft

Vergangenes ist erst wirklich vergangen, wenn es nur noch die Spezialisten interessiert. Bis dahin bleibt es eine Sache des gesellschaftlichen Diskurses, meint der frühere "zeitzeichen"-Chefredakteur Helmut Kremers im Hinblick auf das bevorstehende Reformationsjubiläum.

Foto: epd
Foto: epd
Susanne Krahe

Ausschließlich inklusiv?

Biblische Barrieren vor einem neuen Gesellschaftsbegriff

Die Vorstellung einer ganz auf Inklusion setzenden Gesellschaft lässt sich nicht wie selbstverständlich aus der Bibel ableiten. Vielmehr gehört dazu ein interpretierendes Weiterdenken aus dem Geist Jesu, das allen aufgegeben ist, die erkannt haben: Die Kirche ist ihrem Wesen nach inklusiv.

Foto: epd/ Hanno Gutmann
Foto: epd/ Hanno Gutmann
Thorsten Latzel

Digitaler Humanismus

Ist der technologisch-theologischen Diskurs ein Gebot der Stunde?

Wie kann die Theologie mit dem neuen Denken des digitalen Zeitalters in einen sinnvollen Dialog eintreten? Der Theologe Thorsten Latzel, Direktor der Evangelischen Akademie in Frankfurt/Main, setzt sich mit einem profilierten Denkansatz dieser Tage auseinander, mit dem des US-Amerikaners Jaron Lanier, der 2014 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels bekam.

Foto: akg-images
Foto: akg-images
Susanne Poppe

Kunst und Propaganda

Wie ein Künstler das Bild Martin Luthers und seiner Gegner prägte

Lucas Cranach der Ältere gab der Reformation ein Gesicht. Seine Bilder trugen maßgeblich dazu bei, die neuen theologischen Erkenntnisse populär zu machen. Die Theologin und freie Autorin Sonja Poppe porträtiert den Künstler, der mit den Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon eng befreundet war.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 12 Dezember 2014

Foto: dpa/ Soeren Bidstrup
Foto: dpa/ Soeren Bidstrup
Nick Reimer

Diplomaten unter Druck

Auf der Klimakonferenz in Lima müssen die Grundlagen für einen neuen Vertrag gelegt werden

Noch ist es möglich, den Klimawandel in beherrschbaren Grenzen zu halten. Das haben die Wissenschaftler des Weltklimarates vor einigen Wochen bestätigt. Aber die Zeit wird knapp. Die Delegierten auf der Weltklimakonferenz, die am 1. Dezember in Lima beginnt, müssen einen großen Schritt vorankommen, damit im kommenden Jahr ein neues Klimaschutzabkommen stehen kann. Der Umweltjournalist Nick Reimer gibt einen Überblick über den Stand der Wissenschaft und der Klimadiplomatie.

Foto: epd
Foto: epd
Mohamed Doré

Auf der Flucht

Ein junger Afrikaner erzählt seine Odyssee

Über die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit eines evangelischen Kirchenkreises erreichte uns der Bericht eines jungen Afrikaners über seine beschwerliche, furchtbare Reise aus Guinea in Westafrika nach Deutschland. Den Text haben wir Fachleuten vorgelegt, die ihn für absolut glaubhaft halten. Der Name des Flüchtlings ist verändert, da er sich illegal in Deutschland aufhält und von Abschiebung bedroht ist.

Foto: akg-images
Foto: akg-images
Michael Roth

Angebliche Fundamente

Die bei Politikern beliebte Rede von "Werten" führt in die Irre

Was meinen diejenigen, die von "Werten" und "Wertegemeinschaft" sprechen? Dieser Frage geht Michael Roth nach, der an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn Systematische Theologie lehrt. Und er zeigt, wie sich Werte und rechtes Tun zueinander verhalten.

 

Foto: dpa/ Westend61/ Bernados
Foto: dpa/ Westend61/ Bernados
Bertram Weiß

Sozialer Schmerz

Einsamkeit ist mehr, als allein zu sein. Es ist ein Hungergefühl der Psyche

Noch im späten Mittelalter fehlte dem Wort Einsamkeit die Note des Leides. Heute hingegen sorgt die Einsamkeit für seelische und körperliche Krankheit. Der Wissenschaftsjournalist Bertram Weiß erläutert, warum das so ist und was Forscher für den Umgang mit der Einsamkeit empfehlen.

Foto: Paul Delvaux: La nuit de Noël (1956)/ akg-images/ CDA/ Guillemot
Foto: Paul Delvaux: La nuit de Noël (1956)/ akg-images/ CDA/ Guillemot

Wie sie an uns zehrt

Einsamkeit trifft jeden, ob alt oder jung, ob Mann oder Frau

Vier Menschen berichten, wie sie Einsamkeit erfahren und mit ihr umgegangen sind.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 11 November 2014

Foto: akg-images
Foto: akg-images
Claudia Janssen

Beziehungen sind Sterbeglück

Eine Begegnung mit Luise Schottroff im Angesicht des nahenden Todes

Die bekannte evangelische Theologin Luise Schottroff, 80, ist an Krebs erkrankt. Sie hat große Verdienste um die feministische Theologie erworben und ist vielen Menschen durch Auftritte beim Kirchentag mit Dorothee Sölle bekannt geworden. Ihre Freundin und Kollegin, die Neutestamentlerin Claudia Janssen, hat Luise Schottroff im Krankenhaus besucht.

Foto: dpa/ Werner Krueper
Foto: dpa/ Werner Krueper
Annette Birschel

"Es war perfekt"

Sterben in den Niederlanden: Wie weit gilt die Autonomie der Patienten?

Seit 13 Jahren ist aktive Sterbehilfe in den Niederlanden gesetzlich geregelt. Danach wird ein Arzt, der einem Patienten die tödliche Spritze gibt oder ihm bei der Selbsttötung hilft, nicht bestraft. Die Amsterdamer Journalistin Annette Birschel beschreibt Erfahrungen mit der Rechtspraxis.

 

Foto: dpa/ Jürgen Sindermann
Foto: dpa/ Jürgen Sindermann
Peter Schicketanz

1.550 mutige junge Männer

Wie und warum in der DDR Kriegsdienstverweigerung möglich wurde

Wer zur Nationalen Volksarmee (NVA) eingezogen wurde und den Dienst mit der Waffe ablehnte, konnte die Wehrpflicht als Bausoldat ableisten. Geschichte und Praxis dieser Einrichtung, die es in keinem anderen Land des Ostblocks gab, schildert Altoberkonsistorialrat Peter Schicketanz (83). Er war persönlicher Referent des Magdeburger Bischofs Johannes Jänicke, der der Bekennenden Kirche angehörte und sich in der SED-Zeit für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung einsetzte.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 10 Oktober 2014

Foto: epd/ Rolf Zoellner
Foto: epd/ Rolf Zoellner
Micha Brumlik

Gedanken am neunten Aw

Judentum und Staat Israel - eine traurige Analyse

Die antijüdischen Parolen bei Demonstrationen in Deutschland während des Gazakrieges im Sommer dieses Jahres haben unsere Gesellschaft ausgeschreckt. Vor diesem Hintergrund reflektiert Micha Brumlik, Erziehungswissenschaftler aus Frankfurt/Main und deutscher Jude, in einem sehr persönlich gehaltenen Text seine und verschiedene jüdischen Positionen zum Staat Israel.

 

Foto: dpa/ Hannibal Hanschke
Foto: dpa/ Hannibal Hanschke
Andreas Gorzewski

Islamisiert, nicht islamisch

Religiöse Judenfeindlichkeit und Antisemitismus unter Deutschlands Muslimen

Bei Demonstrationen gegen die israelische Kriegsführung in Gaza schrien muslimische Jugendliche in deutschen Städten antisemitische Parolen. Der Islamwissenschaftler Andreas Gorzewski geht der Frage nach, woher dieser Judenhass kommt und inwiefern er auch religiöse Wurzeln hat.

Foto: dpa/ Rodemann
Foto: dpa/ Rodemann
Christian Felber

An der Schwelle

Evangelische Banken könnten zum Vorreiter einer anderen Wirtschaft werden

Immer mehr Unternehmen erstellen neben der Finanzbilanz einen Nachhaltigkeitsbericht. Damit wollen sie dokumentieren, dass es ihnen nicht nur um Profitsteigerungen geht. Die Vertreter der Gemeinwohlökonomie gehen einen Schritt weiter und messen den Beitrag eines Unternehmens zum Gemeinwohl. Christian Felber, Lektor an der Universität Wien und einer der Vertreter der Gemeinwohl-ökonomie, stellt das Konzept vor.

Magazin

Zeitgeschehen

Ausgabe 9 September 2014

Foto: akg-images
Foto: akg-images
Hermann Gröhe

Andere Wege finden

Wer die Würde des Menschen schützen will, muss das Leben schützen

Die Debatte um Sterbehilfe geht weiter. Die Bundestagsabgeordneten werden sich in den kommenden Monaten mit der Frage beschäftigen, wie der Umgang mit Schwerstkranken und dem Verlangen nach Sterbe- oder Suizidhilfe rechtlich geregelt werden soll. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will eine bessere Palliativ- und Hospizversorgung und will sich als Abgeordneter dafür einsetzen, jede Form der organisierten Sterbehilfe unter Strafe zu stellen. In zz 4/2014 sprach sich der Sozialethiker Hartmut Kress gegen ein solches Verbot aus. Hier nun begründet Hermann Gröhe seine Position.

 

Foto: Rolf Zöllner
Foto: Rolf Zöllner
Stephan Kosch

Anzug statt Lutherrock

Mit einem Kreuz am Revers vertritt Martin Dutzmann die EKD gegenüber der Politik

Martin Dutzmann ist seit knapp einem Jahr oberster Kirchenlobbyist in Berlin und Brüssel. Als Bevollmächtigter des EKD-Rates bei der Bundesrepublik und der Europäischen Union muss der frühere Militärbischof die Interessen der Kirchen in der Politik vertreten, mit Politikern verhandeln, ihnen aber auch als Seelsorger zur Seite stehen.

Manfred Gärnter

Mord

Vergessene Euthanasie-Opfer

Klaus Vellguth hat sich mit seinem Buch sich um die Erinnerungskultur Deutschland verdient gemacht. Eine Pflichtlektüre eigentlich für alle.

Martin Bauschke

Sieben Jahre nach seiner empirischen Studie "Religion Macht Frieden" legt der Politikwissenschaftler Markus A. Weingardt ein höchst anschauliches und konkretes Handbuch der Friedensarbeit vor.

 

Auch unterwegs

Zeitzeichen

für Smartphones

und Tablets

zeitzeichen auf facebook

zeitzeichen im sozialen Netzwerk - aktuelle Kommentare, wöchentlich neu.

Abonnement/ Probeheft

Abonnieren Sie das Magazin zeitzeichen, oder bestellen Sie kostenlos und unverbindlich ein Probeheft.

Hörausgabe

zeitzeichen erscheint im DAISY-Format für blinde und sehbehinderte Menschen. 

Exklusiv für unsere Abonnenten

25 % Rabatt bei
Komm-Shop -
Evangelischer
WerbeDienst