zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft

Stille Tage

Blick ins Netz

Kathrin Jütte

Östliche Denktraditionen üben in West­europa eine große Anziehungskraft
aus. Deren Meditationspraxis befriedigt oftmals das große Bedürfnis nach Stille und Konzentration. Doch auch die evangelischen Kirchen in Deutschland bieten ­Anleitungen zur Meditation und spirituelle Veranstaltungen an.

(Foto: dpa)

Viele Menschen buchen Retraiten in einem Haus der Stille, nehmen an Schweigeseminaren und Meditationswochen teil oder ziehen sich für Tage der Stille zurück. Sie machen sich auf die Reise zu sich selbst, zu anderen oder zu Gott. Und sie versuchen, Stille und Ruhe in ihren überfrachteten Alltag zu bringen. Evangelische Tagungshäuser und Einrichtungen, die zu Einkehr und Meditation einladen, finden sich zunächst auf fast allen Internetseiten der Landes­kirchen.

Zwei Beispiele: Die Evangelische Kirche im Rheinland verweist auf ihr Einkehr- und Meditationszentrum in Rengs­dorf am Rande des Westerwaldes. Schnell, ohne lästige Zwischenschritte kann sich der Webseitenbesucher über das Angebot und das Programm informieren, ganz einfach chronologisch, mithilfe einer Suchfunktion für einen bestimmten Zeitraum oder nach speziellen Kursformen wie Stille Tage, ­Einkehrkurse, Exerzitien oder Medita­tion.

Wer im Süden Deutschlands nach evangelischen Orten der Einkehr oder Me­ditationsangeboten sucht, wird hier fündig: 

Nicht ganz einfach gestaltet sich allerdings die Su­che über die Rubriken "Glauben" und "Spiritualität". Aber dann erwartet den Besucher ein bemerkenswertes und sehr kundenfreundliches Angebot: Eine Liste präsentiert mit direkten Links sämtliche spirituellen Zentren in Bayern sowie die dort ansässigen evangelischen Kommunitäten und alle Einrichtungen, die Kloster auf Zeit anbieten. So kann sich der Benutzer schnell einen Überblick verschaffen, von einer Seite auf die andere springen und sich das für ihn oder sie geeignete Angebot aussuchen.

Sowohl unter orden.de als auch auf den Seiten der EKD lassen sich sehr schnell in ganz Deutschland viele Klöster und kirchliche Bildungshäuser finden, die spezielle Meditationskurse, Exerzitien oder Besinnungstage anbieten.

Wie zum Beispiel die Communität Casteller Ring in Erfurt mit ihren offenen Meditationsabenden oder Einkehrzeiten. Oder das Klosterstift zum Heiligengrabe. Wer Ruhe, Stille und seelsorgliche Begleitung in Brandenburg sucht, wird hier fündig.

Originell ist die Idee, die sich hinter stadtmission-stille.de verbirgt: Dort entsteht ein Internetauftritt der Stadtmission in Hamburg, der ausführlich über die Idee des Raumes der Stille informieren wird. Zudem hat die Stadtmission die Orte der Ruhe und der Einkehr in der Großstadt aufgelistet. Eine pdf-Datei, die sich herunterladen lässt, stellt vierzehn dieser ungewöhnlichen Orte vor, mit Bild, Adresse und Öffnungszeiten.

Ein kleiner Tipp am Rande: Wer sich schon immer über die Zwangsbeschallung in Supermärkten oder Restaurants geärgert hat, der sollte einen Blick auf die Seite hoerstadt.at werfen. Hier präsentiert sich eine interessante Initiative, die unterstützenswert ist. Hörstadt ist die von Linz, 2009 Kulturhauptstadt Europas, begonnene und später fortgesetzte Initiative für eine bewusste und menschenwürdige Gestaltung der hörbaren Umwelt. Auf dieser Webseite geht es um den akustischen Raum der Stadt und ihre Ruhepole.

 

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