zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft
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Notizen

aus Religion und Gesellschaft

Neuregelung des Arbeitsrechtes

Auch die Neuregelung des kirchlichen Arbeitsrechts stand auf dem Programm der EKD-Synode. Das Kirchenparlament beschloss, dass sich künftig Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch in Tarifverhandlungen und nicht nur nach dem kirchlichen Dritten Weg einigen können. Voraussetzung dafür ist aber der Verzicht auf das Recht zu Streik und Aussperrung. "Kirchengemäße Tarifverträge setzen eine uneingeschränkte Friedenspflicht voraus", heißt es in dem neuen Kirchengesetz. Erst wenn der Arbeitgeber gegen Kirchenrecht verstößt, gilt staatliches Arbeitsrecht und damit auch Streikrecht. Die EKD-Synode nahm mit der Neuregelung, die noch von den Landeskirchen in eigenes Recht umgesetzt werden muss, ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) vom 20. November 2012 auf. Während EKD-Ratsmitglied Klaus Winterhoff bei der Einbringung des Gesetzes von einer deutlichen Öffnung zugunsten der Gewerkschaften sprach, lehnte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di bereits im Vorfeld der Synode eine Neuregelung ohne Streikrecht ab.

Exportstopp für Kriegswaffen gefordert

Die badische Landessynode hat die Politiker aufgerufen, bei Rüstungsexporten die gesetzlichen Regelungen einzuhalten und Entscheidungen des Bundessicherheitsrates transparent zu machen. Mittelfristig solle aber die Ausfuhr von Kriegswaffen ganz eingestellt werden, heißt es in dem Papier zur Friedensethik, das die Synode verabschiedete. Die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg solle untersuchen, ob und inwieweit Bundeswehreinsätze bei zwischenstaatlichen Konflikten durch polizeiliche Zwangsmaßnahmen ersetzt werden können.

Islamprofessor: Chance für neuen Islam

Die Islam-Studiengänge an deutschen Hochschulen hätten "die Chance, etwas Neues zu etablieren". Diese Ansicht hat der Leiter des Zentrums für islamische Theologie an der Universität Münster, Mouhanad Khorchide, vertreten. Die Chance, in Freiheit über islamische Theologie zu reflektieren, gebe es in vielen islamischen Ländern dagegen nicht. Der Lehrstuhl in Münster ist einer von insgesamt vier Zentren für islamische Theologie, die in jüngster Zeit in Deutschland gegründet wurden. Mouhanad Khorchide räumte ein, dass die Zusammenarbeit mit muslimischen Verbänden noch nicht funktioniere. Sie handelten politisch, er aber wünsche sich dort mehr Interesse für Theologie.

Evangelische Kirche in Nikolaiken/Masuren. Foto: dpa
Evangelische Kirche in Nikolaiken/Masuren. Foto: dpa

Polen führt im kommenden Jahr Kirchensteuer ein

Polen führt im kommenden Jahr eine Kirchensteuer ein. Die Regierung einigte sich mit der römisch-katholischen Kirche in monatelangen Verhandlungen darauf, dass Mitglieder 0,5 Prozent der Einkommenssteuer an ihre Kirche abführen. Die Kirchensteuer soll den sogenannten Kirchenfonds ablösen, den das kommunistische Regime 1950 eingerichtet hatte, um die Kirchen für Enteignungen zu entschädigen. Die römisch-katholische Kirche hat sich bisher zu 80 Prozent aus Spenden finanziert. Die Neuregelung gilt auch für die evangelischen und orthodoxen Kirchen. Sie fühlen sich jedoch von den Verhandlungen zwischen der Regierung und den römisch-katholischen Bischöfen ausgegrenzt.

Homoehe: Unterschiede zwischen hessischen Kirchen

Die kurhessische Landeskirche hat eine Handreichung zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare vorgelegt. Damit habe sie auf die gesellschaftlichen Veränderungen reagiert, sagte Bischof Martin Hein. Er machte jedoch den Unterschied zu einer Trauung von Mann und Frau deutlich. "Beides ist zwar eine Segnung", erklärte er, "aber mit unterschiedlicher Wertigkeit." Die andere hessische Landeskirche, die von Hessen und Nassau, hat die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare mit der Trauung gleichgestellt.

Soziologe: Mitgliederschwund bei Kirchen nicht aufzuhalten

Die deutschen Kirchen müssen sich trotz Reformbemühungen auf sinkende Mitgliedszahlen einstellen. Diese Auffassung vertritt der Religionssoziologe Detlef Pollack in Münster. "Der Mitgliederschwund" sei "nahezu unaufhaltsam". Wohlstand, gestiegenes Bildungsniveau und soziale Absicherung führten dazu, dass immer weniger Leute die seelsorglichen und sozialen Angebote der Kirchen suchten. Seit 1990 träten aus der evangelischen Kirche jährlich etwa 0,7 Prozent der Mitglieder aus, aus der katholischen Kirche 0,5 Prozent. "Diese Austrittszahlen summieren sich über die Jahre auf Millionen Menschen", betont Pollack. Ein entscheidendes Kirchenaustrittsmotiv sieht er in finanziellen Erwägungen.

 

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