zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft

Notizen

Aus Religion und Gesellschaft

Zwischen Juden und Israel unterscheiden

Verständnis für Proteste gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen hat der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schus-ter, geäußert. Es gebe "gute Argumente", in dem Konflikt sowohl Israelis als auch Palästinenser zu kritisieren, sagte er dem Evangelischen Pressedienst. Man müsse aber zwischen dem Judentum und dem Staat Israel unterscheiden. Parolen wie "Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein", hätte er sich "vor zehn Jahren in Deutschland niemals vorstellen können", sagte der 60-Jährige, der auch Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern ist.

Andererseits sei schon in der Beschneidungsdebatte vor anderthalb Jahren unsachlich und mit antisemitischen Untertönen, Klischees und Vorurteilen hantiert worden.

Weniger Scheidungen im Jahr 2013

Die Zahl der Scheidungen geht in Deutschland zurück. Im vergangenen Jahr betrug ihre Zahl 169.800 und damit 5,2 Prozent weniger als 2012, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Die durchschnittliche Dauer der im Vorjahr geschiedenen Ehen lag bei 14 Jahren und 8 Monaten. Somit setzte sich der Trend zu einer längeren Ehedauer bis zur Scheidung fort. 1993 hatte eine geschiedene Ehe im Schnitt noch 11 Jahre und 7 Monaten gehalten.

Ökumenischer Gottesdienst für Fans von Borussia Dortmund. Foto: dpa/ Friedrich Stark
Ökumenischer Gottesdienst für Fans von Borussia Dortmund. Foto: dpa/ Friedrich Stark

Katholischer Theologe: Evangelische Einladung zurückweisen

Das EKD-Papier "Rechtfertigung und Freiheit" sei "eine wohlbegründete Absage an die mit der katholischen Kirche geführten ökumenischen Gespräche der letzten Jahrzehnte", hat der Leiter des katholischen Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik Wolfgang Thönissen in einem Beitrag auf katholisch.de kritisiert. Das Papier lasse "keine andere Entscheidung zu, als alle gemeinsamen Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum, die auf dieser Grundlage beruhen, zurückzuweisen". Der evangelische Kirchenhistoriker Volker Leppin (Tübingen) sieht in dem Text dagegen eine der "souveränsten ökumenischen Gesten der vergangenen Jahre". Thönissen demontiere mit seinen Äußerungen das "vorsichtige Gleichgewicht", das Katholiken und Lutheraner 1999 mit der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre gefunden hätten.

Wiener Theologe verteidigt EKD-Papier

Ulrich Körtner, der an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien Systematische Theologie lehrt, hat das EKD-Papier "Rechtfertigung und Freiheit" verteidigt. Im Internetportal evangelisch.de äußerte er die Vermutung, dass manche römisch-katholische Kritiker des Papiers nur nach Vorwänden suchten, um sich der Herausforderung eines ökumenischen Reformationsjubiläums 2017 nicht stellen zu müssen.

Gauck reagiert auf Pfarrerkritik

Der Leiter des Bundespräsidialamtes David Gill hat den Vorwürfen evangelischer Pfarrer aus Ostdeutschland widersprochen, ihr früherer Kollege, Bundespräsident Joachim Gauck, habe sich von christlichen Idealen und den Zielen der friedlichen Revolution in der DDR abgewendet. Gill schrieb den Kritikern, Gauck bevorzuge präventive und zivile Konfliktlösungen und werde auch weiterhin von einem christlichen Wertefundament aus agieren. Jedoch gehöre zur Geschichte, "dass ohne Einsatz bewaffneter Kräfte keine Befreiung von der Hitler-Diktatur möglich gewesen wäre". Gauck könne nicht erkennen, dass "der vom Evangelium gewiesene Weg ausschließlich der Pazifismus sei". Man könne mit einem Ja und mit einem Nein zu militärischer Gewalt schuldig werden.

 

 

Auch unterwegs

Zeitzeichen

für Smartphones

und Tablets

zeitzeichen auf facebook

zeitzeichen im sozialen Netzwerk - aktuelle Kommentare, wöchentlich neu.

Abonnement/ Probeheft

Abonnieren Sie das Magazin zeitzeichen, oder bestellen Sie kostenlos und unverbindlich ein Probeheft.

Hörausgabe

zeitzeichen erscheint im DAISY-Format für blinde und sehbehinderte Menschen. 

Exklusiv für unsere Abonnenten

10 % bei Einkäufen
im chrismonshop