zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft

Notizen

Aus Religion und Gesellschaft

Keine Beschneidung am Karfreitag

Am Karfreitag darf in Köln keine islamische Beschneidungsfeier stattfinden. Das Verwaltungsgericht Köln gab mit seiner Entscheidung der Stadt Köln recht, die eine geplante Beschneidungsfeier im „Eurosaal“ per Verfügung untersagt hatte. Die Feier mit Gesang, Tanz und Festmahl falle unter die Verbote für den als stillen Feiertag besonders geschützten Karfreitag, erklärten die Richter. Der Betreiber des „Eurosaal“, hatte dagegen eingewandt, die Beschneidungsfeier sei eine religiöse Veranstaltung, die dem Feiertagsgesetz nicht zuwiderlaufe und für die daher eine Ausnahme gelten müsse. Außerdem sei das Feiertagsgesetz Nordrhein-Westfalens verfassungswidrig, weil es die christlichen Feiertage privilegiere.

EKD: OSZE stärken

Der Friedensbeauftragte der EKD und leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche Renke Brahms hat sich für eine deutliche Stärkung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ausgesprochen. Sie könne „der Ort sein“, wo angesichts der Spannungen zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und des Nordatlantikpakts einerseits und Russland andererseits „Gespräche geführt werden und wo neues Vertrauen entstehen kann“, sagte Brahms. Deutschland hat am 1. Januar den Vorsitz in der OSZE übernommen.

Papst Franziskus besuchte im Mai 2014 die Klagemauer in Jerusalem. Foto: dpa
Papst Franziskus besuchte im Mai 2014 die Klagemauer in Jerusalem. Foto: dpa

Vatikan gegen Judenmission

In einem 17 Seiten starken Dokument hat die Päpstliche Kommission für die Beziehungen zum Judentum daran erinnert, dass das Konzil in seiner Erklärung „Nostra aetate“ vor fünfzig Jahren die „grundlegende Wertschätzung“ des Judentums unterstrichen habe. Das Dokument der Kommission, das den Titel „Denn unwiderruflich sind Gnade und Berufung, die Gott gewährt“ trägt, betont, dass „die katholische Kirche keine spezifische Missionsarbeit, die auf Juden gerichtet ist, kennt und unterstützt“. Trotz der prinzipiellen Ablehnung einer institutionellen Judenmission müssten Christen aber auch Juden ihren Glauben bezeugen. Aber sie sollten dies angesichts der „großen Tragik der Schoah“ in einer „demütigen und sensiblen Weise“ tun und in Anerkennung dessen, dass „die Juden Träger des Wortes Gottes sind“. Das Dokument ist laut Vatikan keine Erklärung des kirchlichen Lehramtes, sondern eine Anregung für weitere theologische Reflexion. Rabbiner David Rosen vom Amerikanischen Jüdischen Ausschuss würdigte bei der Vorstellung des Textes die Fortschritte im christlich-jüdischen Dialog. Aber er kritisierte, dass das Dokument nicht die zentrale Rolle erwähne, die das „Land Israel“ im religiösen Leben des Judentums spiele. Die EKD will ihre Haltung zur Judenmission bis 2017 klären.

„Juden für Jesus“ kritisieren Vatikan

Kritik an der Ablehnung der Judenmission durch den Vatikan hat die Organisation „Juden für Jesus“ geübt. Ihr Leiter David Brickner (San Francisco) sagte, der Apostel Paulus wäre „entsetzt“. Brickner fragte, wie die katholische Kirche dazu komme, den Missionsbefehl des Matthäusevangeliums so auszulegen, dass er für Juden nicht gelte.

 

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