zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft

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Aus Religion und Gesellschaft

Foto: picture-alliance
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Lord untersuchtden „Fall“ Bell

Lord Alex Carlile, der für die Liberaldemokraten im Oberhaus sitzt, soll die Missbrauchsvorwürfe untersuchen, die gegen den mit Dietrich Bonhoeffer befreundeten früheren Bischof von Chichester George Bell (1883-1958) erhoben werden. Im September 2015 entschuldigte sich Martin Warner, Bischof von Chichester, bei einer Frau mit dem Decknamen „Carol“, dass die Kirche nicht schon 1995 ihrem Hinweis nachgegangen sei, sie sei als Kind von Bischof Bell missbraucht worden. Außer dem Entschuldigungsschreiben erhielt Carol eine Summe von 15?000 Pfund. Eine Gruppe von Juristen und Theologen kritisierte, Bell sei aufgrund „einer mageren Beweislage und einer schlampigen Untersuchung“ als „Pädophiler gebrandmarkt“ worden. Bischof Bell genießt in Deutschland hohes Ansehen, weil er die Bekennende Kirche unterstützte, Flüchtlingen aus Nazideutschland half, im Oberhaus die Flächenbombardierung deutscher Städte verurteilte und schon 1945 den Kontakt zu den deutschen Kirchen wieder aufnahm.

Mit Niemöller-Medaille ausgezeichnet

Die hessen-nassauische Landeskirche hat Martin Stöhr, einen der Pioniere des christlich-jüdischen Gesprächs, mit der Martin-Niemöller-Medaille ausgezeichnet. Der 84-jährige emeritierte Pfarrer und Professor habe sich „in herausragender Weise“ um das christlich-jüdische Verhältnis verdient gemacht, sagte Kirchenpräsident Volker Jung. Stöhr ist Ehrenpräsident des Internationalen Rates der Christen und Juden.

Foto: epd/ Rolf Zoellner
Foto: epd/ Rolf Zoellner

Vom Kirchentag zur Böllstiftung

Die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages Ellen Ueberschär wird im Juli, nach dem Berliner Kirchentag, in den Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung wechseln. Die 49-jährige Pfarrerin folgt dem Bremer Altsenator Ralf Fücks (65) nach. Sie teilt sich den Stiftungsvorsitz mit Barbara Unmüßig. Ueberschär war eine der ersten Stipendiatinnen der Stiftung, die den Grünen nahesteht. Vor vier Jahren bewarb sie sich in der Rheinischen Kirche erfolglos um das Amt des Präses.

Landesbischof ist Präsident

Carsten Rentzing, Bischof der sächsischen Landeskirche, ist neuer Präsident des Martin-Luther-Bundes (MLB). Der 49-Jährige ist Nachfolger des Regensburger Regionalbischofes Hans-Martin Weiss (59), der das Ehrenamt wegen Krankheit aufgegeben hatte. Der MLB ist das Diasporawerk der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und unterstützt lutherische Kirchen, die in der Minderheit sind. Daneben gibt es das Gustav-Adolf-Werk (GAW), das Diasporawerk der EKD, das alle protestantischen Minderheitskirchen unterstützt. Seine Präsidentin ist die Ulmer Prälatin Gabriel Wulz, eine Lutheranerin. Das GAW wurde in Sachsen gegründet und hat seinen Sitz in Leipzig. Der Martin-Luther-Bund hat seinen Sitz dagegen im bayerischen Erlangen.

 

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Diaspora

Im deutschen Protestantismus gibt es zwei Organisationen die evangelische Mitchristen unterstützen, die in der Diaspora, also als Minderheit in einer andersgläubigen Umgebung leben, der Martin-Luther-Bund (MLB)und das Gustav-Adolf-Werk (GAW). Der Altpräsident des GAW Karl-Christoph Epting zeigt in der 36 Seiten starken Broschüre „Diaspora als Grundform christlichen Lebens“, dass genau genommen, theologisch gesehen alle Christen in der Diaspora leben. Das Heft kostet Euro 3,50, ab zehn Exemplaren drei Euro.

Bestellanschrift: gaw Pfalz, Horststraße 99, 76829 Landau.

Pfingstler folgt Landeskirchler

Der Präses des Mülheimer Verbandes Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden Ekkehart Vetter ist neuer Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz. Der 60-Jährige ist Nachfolger von Michael Diener, dem Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes. Der 54-Jährige hat seinen Rückzug mit der Wahl in den Rat der EKD begründet. Die dauerhafte Wahrnehmung dreier Spitzenämter sei aber in seiner gesundheitlichen Situation nicht vertretbar, erklärte er. Zu einer Kontroverse hatte Dieners Wunsch geführt, auch Schwule und Lesben sollten Mitarbeiter in evangelikalen Gemeinden sein können. Dem widersprachen Teile der evangelikalen Bewegung öffentlich, darunter Ruhestandspfarrer Ulrich Parzany (75). Auf dessen Initiative entstand vor einem Jahr das „Netzwerk Bibel und Bekenntnis“. Der Deutschen Evangelischen Allianz gehören evangelikale Mitglieder von Landes- und Freikirche an. Der pfingstlerische Mülheimer Verband hat 4.500 Mitglieder in 43 Gemeinden.

 

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