zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft
7 Juli 2014
Hurra und Amen
Kirchen und Erster Weltkrieg
Foto: dpa/Archiv Bernd Mayer
Foto: dpa/Archiv Bernd Mayer

In Deutschland verstanden viele Pfarrer und angesehene Theologen den Ersten Weltkrieg, zumindest am Anfang, als "heiligen Krieg". Dies erstaunt umso mehr, als es sich um einen Bruderkrieg unter Christen handelte. So schlachteten sich zum Beispiel protestantische Deutsche und Briten, römisch-katholische Österreicher und Italiener gegenseitig ab.

Foto: privat
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Interview
Thomas Kaufmann

Identifikationsfigur für alles und jeden

Gespräch mit dem Göttinger Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann über eine Verbindung zwischen Martin Luthers Theologie und der Kriegsbegeisterung evangelischer Theologen im August 1914

Wie andere Deutsche verstanden auch viele Protestanten den Ersten Weltkrieg als Kampf zwischen deutscher Kultur und westlicher Zivilisation, Luthertum einerseits und Calvinismus und Katholizismus andererseits. Und schon vor 1914 hatten viele evangelische Theologen pazifistische Ideen unter Berufung auf Luthers Anthropologie bekämpft, wonach der Krieg zur gefallenen Schöpfung gehört - und immer gehören wird.

Foto: akg-images/Yvan Travert
Foto: akg-images/Yvan Travert
Geschichte, Politik & Gesellschaft
Gerhard Besier

Karfreitag und Pfingsten in einem

Wie die Kirchen Europas den Ersten Weltkrieg religiös überhöhten und verbrämten

Im Hintergrund der Kriegsbegeisterung von Pfarrern und Universitätstheologen standen auch Säkularisierungsängste, die sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den Kirchen breitgemacht hatten, und die Hoffnung, der Krieg werde zu einer Rückkehr an die Altäre führen, meint Gerhard Besier. Der deutsche Kirchenhistoriker, der auch an der amerikanischen Universität Stanford lehrt, schildert, wie der Krieg auf beiden Seiten religiös gedeutet wurde.

Foto: akg-images
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Geschichte, Politik & Gesellschaft
Manfred Gailus

Ein Gott, der Fahnen entrollt

Auf den Kanzeln wird im August 1914 eine Gesinnung deutlich, die nach dem Krieg weiter wirkt

Ein klassischer Vertreter der deutsch-evangelischen Kriegspredigt war der Berliner Hof- und Domprediger Bruno Doehring (1879-1961). Der Berliner Kirchenhistoriker Manfred Gailus gibt Kostproben dieses Kanzelredners und zeigt, dass die Kriegsbegeisterung solcher Kirchenmänner nicht nur die Folge nationalistischer Verblendung war.

Foto: dpa/Christian Beutler
Foto: dpa/Christian Beutler
Geschichte, Politik & Gesellschaft
Christa Stache

Dem Geist von 1914 erlegen

Ein Berliner Theologe arbeitete für die Verständigung der Kirchen Deutschlands und Englands

Friedrich Siegmund-Schultze (1885-1969) setzte sich für die Versöhnung der Nationen, Konfessionen und Klassen ein. 1914 beschwor er zwar den "Heiligen Krieg" - und pflegte doch weiterhin internationale Kontakte. Christa Stache, die frühere Leiterin des Evangelischen Zentralarchivs in Berlin, stellt den Theologen vor, den Bundespräsident Gustav Heinemann, als den "ungewöhnlichsten Menschen" bezeichnete, dem er begegnet sei.

Foto: dpa/Berliner Verlag
Foto: dpa/Berliner Verlag
Geschichte, Politik & Gesellschaft
Martin Lätzel

Weihe des gezückten Schwertes

Auch die römisch-katholische Kirche Deutschlands gebärdete sich nationalistisch

Der Erste Weltkrieg bot den deutschen Katholiken die Möglichkeit, ihr Image als Untertanen einer Macht auf der anderen Seite der Alpen abzustreifen. Wie sie das taten und welche Rolle sie bei Kriegsende spielten, zeigt der katholische Theologe und Publizist Martin Lätzel.  

Geschichte, Politik & Gesellschaft
Rolf Hosfeld

Globaler Überblick

Christen und der Erste Weltkrieg

Greschats Buch macht deutlich, wie sehr eine grundsätzliche Neubestimmung des Christentums nach dem I.Weltkrieg notwendig war.

 
Frühere Schwerpunkte
zeitzeichen 6/2014

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Sakrale Architektur im 21. Jahrhundert

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