zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft
8 August 2016
Muße
Lob des zwecklosen Tuns
Foto: dpa
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Die Muße hat in unserer beschleunigten Gesellschaft ein schlechtes Image. Sie wird mit Faulenzen und dem Verschwenden von Zeit verbunden. Dabei geht es gar nicht in erster Linie um das Nichtstun, auch höchste körperliche und geistige Aktivität kann mit Muße geschehen. Doch sie hat niemals einen Zweck, aber stets einen Sinn.

Foto: Andrew Phelps
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Andreas Kruse

"Wir brauchen eine Kultur der Muße“

Gespräch mit dem Theologen Ansgar Kreutzer über den Schutz des Zweckfreien und den Beitrag der Kirchen dazu

Das entscheidende Problem unserer Arbeitswelt ist nicht mehr die Entfremdung, sondern der Übergriff des Effizienzdenkens auf das private Leben. Dem muss Einhalt geboten werden, sagt Ansgar Kreutzer, Vorstand des Instituts für Fundamentaltheologie und Dogmatik an der Katholischen Privat-Universität Linz. Und die Kirchen können dabei eine wichtige Rolle spielen.


Foto: dpa/ Britta Pedersen
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Stephan Kosch

Selbst Musen brauchen Muße

Argumente für das Nichtstun und die Zeitverschwendung

Man kann viele Experten fragen, wozu die Muße gut ist: Mediziner, Hirnforscher, Künstler oder Ökonomen. Sie alle werden einem gute Argumente liefern. Und dennoch fällt es schwer, das Denken in Effizienz und Produktivität zu verlassen. Schuld ist wie so oft das System. Doch auch das lässt sich mit Muße ändern.

Foto: akg-images
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Manfred Koch

Muße als Bürgerpflicht

Ein Streifzug durch die europäische Geschichte der Selbstkultivierung

In der Antike galt die Muße noch als Bürgerpflicht, die der Staat zu unterstützen hatte. Das Christentum und der moderne Kapitalismus sorgten jedoch für ein Arbeitsethos, in dem die Muße verdächtig erscheint. Manfred Koch, Professor für Literaturwissenschaft an der Universität Basel, beschreibt die Kulturgeschichte eines schillernden Begriffs.

Foto: dpa/ Pascal Deloche
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Fulbert Steffensky

Spielen und Schweigen

Muße braucht ungejagte Zeit

Die Muße hat es schwer in einer Zeit, in der der Glaube an Gott durch den Glauben an die Effizienz ersetzt wurde, meint der Religionspädagoge und Publizist Fulbert Steffensky. Er beschreibt Momente der Muße in der Literatur und im Gebet und wünscht sich mehr Absichtslosigkeit im Gottesdienst.

Foto: dpa/ Tomas Rodriguez
Foto: dpa/ Tomas Rodriguez
Klaas Huizing

Tränen lügen nicht

Die Muße, der Calvinismus und die Musik

Muße ist was für Weicheier oder Gewerkschaftler, aber nichts für Calvinisten, dachte der Theologieprofessor und Autor Klaas Huizing. Wie soll man denn sonst in einer Welt, die dem Beschleunigungszwang unterliegt, klarkommen? Doch dann tappte auch er in die Falle.

 
Frühere Schwerpunkte
Foto: Michael Uhlmann
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zeitzeichen 7/2016

Demenz

Leben in einer eigenen Welt

Foto: epd
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zeitzeichen 6/2016

Wieder zusammen

25 Jahre vereinigte EKD

Foto: akg-images
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zeitzeichen 5/2016

Europa

Eine Gemeinschaft ringt ums Überleben

zeitzeichen 4/2016

Konfirmation

Starke Säule der Kirche

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Abendmahl

Leichenschmaus oder Freudenfest

zeitzeichen 2/2016

Sexualität

Rausch, Respekt, Religion

zeitzeichen 1/2016

Neues Deutschland

Einwanderung wird zum Normalfall

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Jauchzet, frohlocket

Bachs Weihnachtsoratorium - ein Phänomen

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Mehr als Worte

Der evangelische Gottesdienst

 

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