zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft
5 Mai 2014
Das Private
Die Sphäre, die sich verflüchtigt
Foto: dpa
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Dass die Privatsphäre heilig ist, galt ohnehin nur in politisch ruhigen Zeiten. Nun erfolgt der Angriff auf das Private aus dem weltweiten Netz. Staatliche und kommerzielle Mächte trachten nach unziemlichen Einblicken - und die Nutzer lassen sich betören, halb werden sie gezogen, halb sinken sie hin.

Foto: privat
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Interview
Friederike Kuster

Autonomie und Angewiesenheit

Gespräch mit Friederike Kuster über das Recht, in Ruhe gelassen zu werden und das wachsende Reich der Öffentlichkeit

Die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem verschieben sich immer rascher. Dieser Prozess ist janusköpfig: Freiheitsgewinne auf der einen Seite, auf der anderen droht das Private an eine keineswegs immer wohlwollende Öffentlichkeit ausgeliefert zu werden.  

Foto: dpa
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Geschichte, Politik & Gesellschaft
Oliver Zöllner

Angst vor der Nichtbeachtung

Auch das Privatsein bedarf der Kompetenz: Zwischen Datenschutz und digitaler Entblößung

Es ist etwas faul im Gesellschaftsvertrag: Durch die Digitalisierung der Medien und Dinge wird ein Kernbereich der Individualität zur Handelsware degradiert. Gesellschaftliche Normen verändern sich dadurch. Was das mit der Privatheit macht, erklärt der Stuttgarter Mediensoziologe Oliver Zöllner.  

Foto: dpa/Berliner Verlag/Steinach
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Geschichte, Politik & Gesellschaft
Meike Laaff

Wenn alle nackt sind

Das Private ist ohnehin schon ziemlich öffentlich - also Schleusen auf?

Die einen versprechen sich von der ungehemmten Veröffentlichung aller, auch der intimsten, Daten mehr Freiheit und sehen darin gar eine Waffe gegen staatlichen Überwachungswahn. Die anderen verweisen darauf, dass gerade in den vergangenen Jahren sich im Netz so ziemlich das Gegenteil einer toleranten Gesellschaft zu formieren scheint. Meike Laaff, Redakteurin der taz, über das umstrittene Konzept, den Gedanken an Privatheit aufzugeben.  

Foto: dpa
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Geschichte, Politik & Gesellschaft
Heinz-Gerhard Haupt

Ein hoher Grad an Receptivität

Was privat, was öffentlich war, hatte schon immer mit den Geschlechterverhältnissen zu tun

Löst sich das Private auf, wird alles gleich öffentlich? Heinz-Gerhard Haupt, Professor em. für allgemeine Geschichte an der Universität Bielefeld, zeigt, dass die Grenzen zwischen beidem immer veränderlich waren. In historischer Perspektive ließe sich, so sein Fazit, weder von einem Bedeutungsverlust des Privaten noch des Öffentlichen sprechen, sondern nur von sich verändernden Beziehungen.

Foto: privat
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Meinung
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Sache jedes Einzelnen

Religionsfreiheit ist immer auch die Freiheit der anderen

Glaube ist Privatsache, dies gilt es immer wieder neu zu sichern, um der individuellen Freiheit und des kollektiven Friedens willen.

Foto: privat
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Meinung
Petra Bahr

Unscharfe Grenze

Der Öffentlichkeitsanspruch der Kirchen stammt aus dem Evangelium selbst

Ist der Glaube nicht mehr privat, verliert er auch seine Öffentlichkeitsrelevanz - ein Satz, der wohl auch im Umkehrschluss gilt.

 
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