Keine abstrakte Idee

Reden von einem personalen Gott
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Viele Zeitgenossen tun sich schwer, Gott als Person zu verste­hen. Die Vollkon­ferenz der Union Evangelischer Kirchen (UEK), der dreizehn Mitglieds­kirchen der EKD angehören, hat dazu das Papier "Mit Gott reden - von Gott reden" vorgelegt. Wir ­doku­mentieren es in Auszügen:

Viele Zeitgenossen tun sich schwer, Gott als Person zu verste­hen. Die Vollkon­ferenz der Union Evangelischer Kirchen (UEK), der dreizehn Mitglieds­kirchen der EKD angehören, hat dazu das Papier "Mit Gott reden - von Gott reden" vorgelegt. Wir ­doku­mentieren es in Auszügen:

Unser Nachdenken findet nicht von sich aus zur biblischen Gotteserfahrung. Wenn sich Menschen der eigenen Existenz philosophisch annähern, wirkt die Vorstellung zunächst ganz "natürlich“, "dass Gott unveränderlich vollkommen ist, dass der Geist Gottes unfassbar ist und dass ihm darum eine Theorie des Unvorstellbaren entsprechen muss. [...]

Christ wird man aber erst in der Begegnung mit den Gotteserfahrungen der biblischen Überlieferung und den dadurch ausgelösten eigenen Erfahrungen mit der Wirklichkeit Gottes: Gott hört auf, eine abstrakte Idee zu sein, und erweist sich als lebendiges Du des Glaubens, dem wir unser Vertrauen schenken können. [...]

Die Bibel verwendet den Begriff "Person" nicht, wenn sie von Gott redet. Sowohl im Alten wie im Neuen Testament vollzieht sich dieses Reden aber durchgehend so, dass sich uns der Begriff "Person" geradezu aufdrängt, wenn wir das biblische Gottesverständnis charakterisieren möchten. Gott handelt, Gott redet, Gott liebt und zürnt, er erwählt und verwirft, er hört und sieht usw. Gott hat einen Namen, bei dem man ihn rufen kann.

Das alles sind Merkmale, die in unserem Verständnis eine Person auszeichnen. Wenn wir Gott eine "Person" nennen, um auszudrücken, wer er ist, dann ziehen wir gewissermaßen eine Summe aus der biblischen Gottesrede und da­mit aus der biblischen Gotteserfahrung [...]

Es ist nicht in Abrede zu stellen, dass die Aussagen, welche wir von Gott machen, [...] bildhafte Übertragungen aus unserer menschlichen Erfahrungswelt auf Gott sind. Es sind "Me­taphern", wie das griechische Wort für solche "Über-Tragungen" heißt. [...] Das Bildwort [...] ist in der Redekunst ein regelrechtes Stilmittel, um [...] die Aufmerksamkeit der Hörerinnen und Hörer zu fesseln. Es beteiligt sie emotional an dem, wo von die Rede ist. Es regt die Phantasie und die Vorstellungskraft an. Es beunruhigt, erfreut oder kränkt diejenigen, die in Lobes- oder Schimpfworten mit Metaphern wie "fleißige Biene" oder "fauler Hund" angeredet werden. Das Bildwort ist also keinesfalls eine uneigentliche Redeweise ohne Wirklichkeitsgehalt. Es intensiviert vielmehr unser Wirklichkeitserleben. [...]

Bildworte sind aber nicht weniger bedeutsam, wenn wir auf der Grundlage des biblischen Gotteszeugnisses von Gott zu sprechen haben, wie wir ihn im Glauben wahrnehmen und erfahren, wie er unser Leben verändert. Denn wir spre­chen dann von Gott so, wie er uns in unserer Erfahrungswelt nahe kommt. Da­mit übertragen wir Elemente unserer Er­fahrungswelt wie das Verhalten von "Personen" auf Gott. Wir tun das, um anderen Menschen mitzuteilen, wer Gott für uns und für jeden Menschen ist. [...]

Martin Luther hat Gott einen "Backofen voller Liebe" genannt. Im Sinne einer Definition ist das wiederum falsch. Gott ist kein "Backofen". Dennoch bewegt uns eine derart un­ge­wöhnliche Metapher. Sie teilt uns et­was Anrührendes von Gott mit und intensiviert sprachlich unser Verstehen und Erleben Gottes. In vergleichbarer Weise gilt das für alle Bildworte für Gott, die wir unserer menschlichen Erfahrungswelt und insbesondere der personalen Erfahrungswelt entnehmen. Sie intensivieren unser Erleben Gottes [...]

Union Evangelischer Kirchen

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