Epochenereignis

Reformation auf einer CD
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Als unterhaltsamer Einstieg und Überblick kann dieses kleine Kompendium empfohlen werden, durchaus auch für Fachtheologen und -theologinnen, deren eigenes Examen schon eine Weile zurückliegt.

Das Phänomen Reformation auf eine einzige CD zu brennen, könnte zum heißen Wagnis werden. Diesem gefährlichen Funkenschlag will der Text, sachlich, aber nicht unterkühlt von Martin Falk eingelesen, entgehen. Er bedient das allgemeine geschichtliche Interesse von Hörer und Hörerinnen, denen die Brisanz der strittigen Glaubensfragen kaum noch nachvollziehbar ist. Der Autor Sebastian Schmidt ist kein Theologe, sondern Historiker.

Unter diesem Vorzeichen wird das Epochenereignis Reformation nicht als ideengeschichtliche Wende, sondern als gesellschaftlicher Wandlungsprozess dargestellt, der ganz wesentlich von den politischen Strukturen des damaligen Römischen Reiches Deutscher Nation beeinflusst wurde.

Diese Einordnung in das Zeitgeschehen führt zu einer deutlichen Relativierung der Rolle Martin Luthers als großer Erneuerer. Nach Schmidt lagen seine Ideen mehr oder weniger in der aufgeladenen Luft. Sie zielten auf Verinnerlichung und ethische Neubesinnung.

Wer etwas über den privaten Luther und dessen Psychologie erfahren möchte, geht gänzlich leer aus. Ganz vorsichtig geht Schmidt mit der "Bildhaftigkeit" des Thesenanschlags von Wittenberg um. Er zeichnet keinen Reformator mit Hammer, sondern einen theologischen Lehrer, der sich über die Folgen seines Denkens nicht immer bewusst war, der von seinen Nachläufern auch nicht immer richtig verstanden wurde. Als unterhaltsamer Einstieg und Überblick kann dieses kleine Kompendium empfohlen werden, durchaus auch für Fachtheologen und -theologinnen, deren eigenes Examen schon eine Weile zurückliegt.

Sebastian Schmidt: Reformation. Auditorium Maximum, Darmstadt 2012, 1 CD.

Susanne Krahe

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