Vom Abendland ins Morgenland

Seit den Kindertagen in Meschen (Mosna), einer großen multiethnischen Gemeinde im Kreis Hermannstadt (Sibiu) in Siebenbürgen/Rumänien, kenne ich orthodoxe Chri

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Kommt ein Signal aus Karlsruhe?

Die Gründungsversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen kam im August 1948 unter der Losung zusammen: „Die Unordnung der Welt und Gottes Heils

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Auf einem langen Weg

Wer heute zum ersten Mal nach Genf kommt und an der Promenade des Genfer Sees entlang spaziert, spürt rasch: Genf ist eine Stadt der stabilen Finanzkraft, des gediegenen Lu

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Schwerpunkt

Anfang September fand erstmals die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Deutschland statt. In Karlsruhe waren viele Tausend Delegierte aus aller Welt zu Gast. Aktuelle Berichte dazu finden sie in unseren "z(w)eitzeichen". Unser Schwerpunkt beleuchtet hingegen vor allem die Geschichte der Ökumene und persönliche Erfahrungen. Das Bild zeigt Menschen, die 2018 in Genf anlässlich des 70-jährigen Bestehens des ÖRK den Besuch von Papst Franziskus erwarten.

Es geht um das Überleben

Es geht um das Überleben

Reich Gottes und Revolution: Der Zusammenhang von Christ-Sein und linker Politik
Foto: privat

Christliche Nachfolge hat eine „Richtung und Linie“ (Karl Barth), was sich mit dem Begriff der „Subjektwerdung“ zusammenfassen lässt: Menschen sollen Unterstützung erfahren, damit sie ihr Leben mithilfe christlicher Interpretationspraktiken befreiend gestalten können. Dazu sollen Menschen individuell ermächtigt und gesellschaftlich-strukturell bevollmächtigt werden (Empowerment). Sie brauchen Netzwerke, die Solidarität ermöglichen. Dies entspricht dem „Reich Gottes“-Gedanken, der als Ausrichtungsanker christlicher Nachfolge zu verstehen ist.

Reich Gottes lässt sich als eine alles umwälzende Kraft begreifen (Revolution). Jede Lebensdimension des Menschen soll neu ausgerichtet werden. Es gründet sich in einem kommenden Gott, der den Menschen aktivieren will, aufzustehen und zu handeln („relative Utopie“), wenngleich erst Gott sein Reich vollenden wird („absolute Utopie“).

Reich Gottes als umwälzende Befreiungsbewegung übersteigt das individuelle Leben und beinhaltet alle gegenwärtigen Gesellschaftskonstellationen. Aktuell sind Letztere jedoch von ökonomischen Zwangszusammenhängen geprägt, die (spätes-tens seit den 1980er-Jahren) einen „freien“ Wettbewerb, eine Deregulierung des Marktes und eine Privatisierung aller unserer Lebensbereiche vorantreiben wollen. Dies wird mit dem Begriff des Neoliberalismus auf den Punkt gebracht.

Die neoliberale Ausrichtung unseres wirtschaftlichen Handelns hat fatale Folgen für unser Zusammenleben. Insbesondere angesichts der Klimakatastrophe ist eine grundsätzliche Überwindung der ökonomischen Konstellationen, die auf Raubbau und Ausbeutung beruhen, unabdingbar. Christliche Nachfolge hat mit politischen Bewegungen zusammenzuarbeiten, die sich als „links“ verstehen. Der Motivationshintergrund links-gesellschaftlichen Engagements lässt sich wie folgt zusammenfassen: „Alle Menschen haben das Recht, sich aus Knechtschaft und Unterdrückung zu befreien“, wie Raul Zelik in „Wir Untoten des Kapitals“ 2020 schrieb.

Ähnlich wie das Reich Gottes einen Abbau einseitiger Privilegienklassen und die Gleichberechtigung aller Menschen fordert, antizipiert linke Politik bei aller Differenziertheit ihrer Herangehensweise und ihres ideologischen Überbaus ein gutes Leben für alle Menschen. Hierbei gilt: Je wohlhabender Staaten sind, desto mehr Ressourcen verbrauchen sie. Ebenso zeichnen reichere Menschen viel höhere Umweltbelastungen auf als Schichten mit geringeren Einkommen.

Die Lösung der gegenwärtigen Krise muss daher einhergehen mit einem gerechten Besteuerungsmodell, das Menschen in Verantwortung zieht, die viel verbrauchen – Naturverhältnisse hängen mit Herrschaftsverhältnissen zusammen. Kirchliche Initiativen, die diese sozial-ökologischen Beziehungen fokussieren (wie etwa die „Zachäuskampagne“), haben daher eine hohe aktuelle Bedeutsamkeit.

Der Ausbau von Genossenschaften, die Schaffung von Allmende und die Unterstützung solidarischer Ökonomieformen sind bedeutsame Kristallisationspunkte, um vielfältige Netzwerkstrukturen von Gemeineigentum auszubauen. Sie transformieren den gegenwärtigen ökonomischen Rahmen und stehen einer einseitigen Machtakkumulation entgegen. Hierfür ist eine Ausdifferenzierung der gegenseitigen Kontrolle beizubehalten, das heißt, dass durch checks and balances die Einhaltung von gesellschaftlichen Vereinbarungen gewährleistet wird. Ein so verstandenes linkes Engagement als eine „demokratisch-egalitäre Aneignungsbewegung“, wie Zelik es nennt, steht mit vielen bibeltheologischen Motiven in einer Familienähnlichkeit. Die Exoduserzählung als ein Grundnarrativ des Alten Testaments ist ein „permanenter Aufruf zum Auszug aus neuen Gefangenschaften in bessere Welten“, so Jürgen Manemann in „Revolutionäres Christentum“.

Wie lebenswertere Lebensweisen als Gesellschaftsgefüge aussehen können, zeigen innerhalb der Tora verschiedene Konturen einer Gesellschaftsordnung, die auf „Egalität und Autonomie“ (Ton Veerkamp) drängen: Sabbatruhe, Sklavenfreilassung und Schuldenerlass alle sieben Jahre, eine umfassende Bodenreform im Jobeljahr und Solidarität mit den Armen. Mit anderen Worten: „Die Bibel verkündigt: Erlösung aus der Sklaverei“, bringt es Dick Boer in „Erlösung aus der Sklaverei“ auf den Punkt. Eine Ausrichtung, die in der Figur Jesus kulminiert und sich etwa in den Menschenrechten widerspiegelt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass links-politische Diskurse den Fokus christlicher Nachfolge auf Demokratisierungsprozesse lenken, die mit ökonomischen Transformationsentwicklungen grundlegender Art einhergehen. Ein gutes Leben für alle Menschen, die Veränderung des Ökonomisch-Gegebenen und das Drängen auf einen heilsamen Noch-nicht-Ort (Utopie) – das verbindet Christ-Sein mit linker Politik. 

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Foto: privat

Tobias Foß

Dr. Tobias Foß hat evang. Theologie studiert, im Bereich Religionspädagogik / Diakoniewissenschaft in Halle promoviert und arbeitet als Vikar im Pfarrbereich Hohenthurm bei Halle (Saale).


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Das Ende der Märchenstunde

Was nun? Die Corona-Pandemie ist kaum überwunden, da knallt uns die nächste Katastrophe vor die Füße.

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Heftiger Streit ist nötig

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Der Synodale Weg zeigt die Zukunft der Kirche
Foto: Rolf Zöllner

Es ist ein enormer Kampf (oder kirchlich formuliert: Ringen), der seit ein paar Jahren in der römisch-katholischen Kirche Deutschlands tobt, spätestens seit Veröffentlichung der „MHG-Studie“ 2018 zum über Jahrzehnte andauernden Missbrauch in ihren Reihen. Der Skandal um tausende Fälle sexualisierter Gewalt und ihre fast routinemäßige Vertuschung hat gezeigt, wie marode die Strukturen der Kirche Roms nicht nur hier in Deutschland sind. Zu erleben ist in Folge dieses himmelschreienden Unrechts ein riesiger Streit, den manche sogar mit einem Umbruch wie dem der Reformation vor rund 500 Jahren vergleichen: Nichts ist nachher mehr so wie vorher. Und das gilt, auch wenn einige (meist Konservative) meinen, so weitermachen zu können wie bisher.

So etwas wie die letzte Chance einer gemeinsamen Umkehr und konsensualen Gestaltung des Wandels ist deshalb der Diskussionsprozess Synodaler Weg, bei dem sich Geistliche und „Laien“ seit gut zweieinhalb Jahren auf öffentlichen „Synodalversammlungen“, vor allem aber in internen Arbeitsgruppen zwischen diesen Großtreffen über Texte beugen und mögliche Reformen ausloten. Der Synodale Weg in Deutschland ist ein großes Experiment, dessen Ausgang und Wirkung nach wie vor völlig unklar sind.

Nun findet die Vierte Synodalversammlung des Synodalen Weges vom 8. bis 10. September in Frankfurt am Main statt. Texte in Zweiter Lesung liegen zur Beratung vor. Daraus können – per doppelter Zweidrittelmehrheit der Synodalen insgesamt wie der Bischöfe als Teilgruppe – Beschlüsse des Synodalen Weges werden. Besonders brisant wird bei der anstehenden vorletzten Synodalversammlung die Frage, ob es die erforderlichen Zweidrittelmehrheiten für die Einrichtung eines Synodalen Rates geben wird.

Dieser Rat würde mit der Bischofskonferenz in Zukunft die katholische Kirche in Deutschland gemeinsam leiten. Es wäre ein Schritt zu mehr Macht des Kirchenvolks hierzulande, mehr Synodalität, kirchlich gesprochen – wobei die Autonomie der einzelnen Bischöfe in ihren Bistümern de facto kaum eingeschränkt wird, wenn sie nicht bereit sind, freiwillig auf Macht zu verzichten (auch die Bischofskonferenz kann den Bischöfen übrigens kaum reinreden). Das ist ein böser Haken bei der Sache.

Andere große Fragen – vor allem Schritte in Richtung Frauenordination oder eine Lockerung des Zwangszölibats für Priester – sind nur auf weltkirchlicher Ebene zu klären. Mehr als Appelle an Papst und Weltkirche wird es deshalb vom deutschen Synodalen Weg dazu nicht geben.

Dennoch wäre es falsch, den Synodalen Weg als Schwatzbude oder Laien-Vertröstungs-Veranstaltung abzutun. Was in Frankfurt verhandelt wird, wird die Zukunft der Kirche bestimmen. Gleichgültig, zu welchen Beschlüssen und Appellen es beim Synodalen Weg am Ende kommen wird: Der Reformprozess wird noch viele Jahre dauern, ebenso wie die nötige Aufarbeitung des Skandals um Sexualisierte Gewalt in der Kirche. Was über Jahrzehnte, vielleicht Jahrhunderte katastrophal schieflief, lässt sich nicht innerhalb weniger Jahre korrigieren. Insofern ist von allen Beteiligten und Beobachtern Geduld gefragt. Und was am Ende dann von der katholischen Kirche in Deutschland übrig ist, weiß nur Gott allein. 

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Abstimmung zur Sterbehilfe

Es ist schon mehr als zwei Jahre her, dass das Bundesverfassungsgericht das Gesetz zur Suizidbeihilfe aus dem Jahre 2015 für unverhältnismäßig erklärt hat.

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