Für die Herrlichkeit bestimmt

Der kosmische Christus und die große ökologische Transformation
Kunstinstallation Weltkugel auf Wasser
Foto: picture-alliance

Was bringt uns heraus aus der ökologischen Krise, in die der Mensch die Erde geführt hat? Nicht der industrielle und technische Fortschritt, ist sich der Theologe Jürgen Moltmann sicher. Vielmehr bräuchte es ein anderes Verständnis von Natur, ein neues Menschenbild und eine kosmische Spiritualität, die uns im Weltraum zu Hause fühlen lässt.

Nach zweihundert Jahren rücksichtslosen Fortschritts in der Industriegeschichte der Menschheit stehen wir vor einer Katastrophe: Die Luftverschmutzung mit CO2-Gas nimmt immer weiter zu, die Ozeane sind voller Plastikmüll, kein Fisch ist mehr frei davon. Die Menschheit hat sich ohne Grenzen vermehrt, die Regenwälder werden abgeholzt, und das Ackerland wird in Afrika und Asien zu Wüste. Die Urbanisierung der Menschheit wächst, Städte mit mehr als zehn Millionen Einwohnern gelten als Mega-Citys. Die Umweltbelastung wächst exponentiell. Die Antwort der Natur, der Erde, kennen wir auch: Erderwärmung, Klimawandel, Artensterben, die Gletscher in der Arktis, Antarktis und auf Grönland schmelzen, der Meeresspiegel wird sich erhöhen, Inseln und Küstenstädte werden Die Winde um den Nordpol wechseln, und Europa steht die Dürre bevor. Es ist, als wenn die Natur zurückschlägt. Und das kommt aus einer Atmosphäre, deren Wetter und Klima die Menschen niemals „untertan“ gemacht haben.

Der Fortschrittsglaube mit seinem linearen Zeitverständnis sieht nur auf die Zukunft und vergisst die Vergangenheit. Er missachtet den Müllausstoß, die der Fortschritt hinterlässt. Und so kommt es nach 200 Jahren Industrialisierung, dass die Luft, die Erde und die Meere voll von Müll sind. Bestes Beispiel ist die Weltraumfahrt: der Weltraum um die Erde ist voller Weltraumschrott. Gegen diese lineare Zeitauffassung hilft nur die zyklische Zeit der Natur der Erde: Kreislaufwirtschaft, Wiederverwertung. Unsere Zukunft liegt im Müll!

Die industrielle Transformation ist schon im Gange: Erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft (recycling industries), E-Mobilität, Bio-Landwirtschaft, „grüner“ Wasserstoff. Es herrscht in der modernen Welt die Meinung vor, die Probleme könnten mit technischen Mitteln gelöst werden. Dabei ist die Weltanschauung stabil, die auf industriellen und technischen Fortschritt setzt: Der moderne Mensch fühlt sich umso göttlicher, je mehr er sich „die Erde untertan“ macht und je mehr er über andere Lebewesen „herrscht“. Diese Weltanschauung, die uns in die ökologische Krise gestürzt hat, wird uns nicht herausführen, sondern tiefer in die Krise verwickeln. Zu der „Großen  Transformation“ muss die ökologische Gerechtigkeit hinzukommen, die der Natur, der Erde und den Tieren Rechte gibt. Es ist auch zu beachten, dass ökologische Gerechtigkeit mit sozialer Gerechtigkeit zusammenhängt, jedenfalls mit den Rechten zukünftiger Generationen. Wir brauchen auch ein neues Naturverständnis, das die Natur der Erde aus der modernen, entfremdenden Objektstellung herausbringt. Wir brauchen ein neues Menschenbild, das die Menschen in der Schöpfungsgemeinschaft ansiedelt. Wir brauchen endlich eine neue kosmische Spiritualität, die das gelebte Leben heiligt und Ehrfurcht vor dem Leben in allem Lebendigen erweckt.

Ökologische und soziale Gerechtigkeit

Gerechtigkeit muss sich in Rechten und Gesetzen verwirklichen. Gerechtigkeit ohne Rechte ist bestenfalls eine menschliche Tugend. Gesetze ohne Gerechtigkeit werden zu Unrecht, wie die Nürnberger Rassengesetze in Nazi-Deutschland. Darum hat die Formel „Recht und Gerechtigkeit“ volles Gewicht: Auch ökologische Gerechtigkeit ist ohne Rechte der Natur gegenstandslos. Soziale Gerechtigkeit ist ohne die Rechte der zukünftigen Generationen unbestimmt. Dabei spielt die universale „Declaration of Human Rights“ eine vermittelnde Rolle zwischen Gerechtigkeit und Gesetz. Die Menschenrechte wurden von der UNO 1948 angesichts der Zerstörung des Zweiten Weltkrieges formuliert und beschlossen. Für die Rechte der zukünftigen Generationen und die Rechte der Natur ist jetzt der rechte Zeitpunkt gekommen: Die Naturkatastrophe droht. Die Vollversammlung des Reformierten Weltbundes hat die Erweiterung der Menschenrechte um die „Rechte der zukünftigen Generationen“ und die „Rechte der Natur“ in Seoul im August 1989 als Vorschlag an die UNO beschlossen.

 

Rechte zukünftiger Generationen

  1. Zukünftige Generationen haben ein Recht auf Leben.

  2. Zukünftige Generationen haben ein Recht auf ein unverfälschtes humangenetisches Erbgut, das heißt, ein humangenetisches Erbgut, das nicht durch Menschen künstlich verändert wurde.
  3. Zukünftige Generationen haben ein Recht auf einen reichhaltigen Planeten und eine Tierwelt, und daher ein Recht auf ein Leben in einer üppigen Natur und auf Erhaltung der vielfältigen genetischen Ressourcen.
  4. Zukünftige Generationen haben ein Recht auf gesunde Luft, auf eine intakte Ozonschicht und auf einen ausreichenden thermischen Austausch zwischen Erde und Weltall.
  5. Zukünftige Generationen haben ein Recht auf sauberes und ausreichendes Wasser, insbesondere auf gesundes und ausreichendes Trinkwasser.
  6. Zukünftige Generationen haben ein Recht auf gesunden und fruchtbaren Boden und auf gesunde Waldgebiete.
  7. Zukünftige Generationen haben ein Recht auf wesentliche nicht (oder nur sehr langsam) erneuerbare Rohmaterialien und Energien.
  8. Zukünftige Generationen haben das Recht, nicht mit Produkten oder Abfällen früherer Generationen bedroht zu werden, die ihre Gesundheit bedrohen oder ausufernde Kosten zum Schutz oder zur Kontrolle erfordern.
  9. Zukünftige Generationen haben das Recht zu “kulturellem Erbe“, auf Begegnung mit der Kultur, die frühere Generationen geschaffen haben.
  10. Zukünftige Generationen haben grundsätzlich das Recht auf physische Bedingungen, die eine würdige menschliche Existenz erlauben. Sie haben insbesondere das Recht, nicht gezwungen zu werden, bewusst zugefügte physische Veränderungen zu akzeptieren, die ihre individuelle oder kollektive Selbstbestimmung in kultureller, wirtschaftlicher, politischer oder sozialer Hinsicht übermäßig einschränkt. 

Rechte der Natur

  1. Die Natur – lebend oder leblos – hat ein Existenzrecht, d.h. auf Erhaltung und Entwicklung.

  2. Die Natur hat ein Recht auf Schutz ihres Ökosystems, der Arten und der Bevölkerung in ihrer globalen Verbundenheit.
  3. Lebendige Natur hat ein Recht auf Erhaltung und Entwicklung ihres genetischen Erbes.
  4. Organismen haben das Recht auf Leben für ihre Arten einschließlich der Fortpflanzung innerhalb für sie geeigneter Ökosysteme.
  5. Störungen der Natur erfordern eine Berechtigung. Sie sind nur erlaubt​​​​​​, wenn die Voraussetzungen der Störungen in einem demokratisch legitimierten Prozess unter Berücksichtigung der Rechte der Natur festgelegt sind, wenn die Interessen zur Störung die Interessen auf umfassenden Schutz der Natur überwiegen, wenn die Störung nicht übermäßig ist. Beschädigte Natur muss wieder hergestellt werden, wo und wie das auch immer möglich ist.
  6. Seltene Ökosysteme und vor allem solche mit Artenreichtum müssen unter einen absoluten Schutz gestellt werden. Die Ausrottung von Arten ist verboten.

Vielleicht werden einmal analog zu Kapitalgesellschaften auch Natursubjekte zu juristischen Personen erklärt. Dann hätten nicht nur die Tiere Rechte, sondern auch Wälder, Berge und andere Landschaften.

Neues Naturverstehen

Der Herrschaftsauftrag der Menschen aus der Schöpfungsgeschichte ist heute angesichts der ökologischen Krise umstritten, denn er soll nicht nur „die Erde untertan machen“, sondern über alle Tiere zu Land, zu Wasser und in der Luft „herrschen“. Psalm 8,7 vertieft das noch: „Du hast ihn zum Herrn gemacht über Deine Hände Werk, alles hast Du unter seine Füße getan“, dann kommen die Tiere zu Land, zu Wasser und in der Luft. Wer einmal in Ägypten die Pharaostatuen gesehen hat, wird unter seinen Füßen seine besiegten Feinde entdeckt haben. Und nach dem Noahbund (Genesis 9,2) sollen „Furcht und Schrecken vor euch seien über allen Tieren auf Erden, über allen Vögeln unter dem Himmel und über allen Fischen im Meer, in eure Hände seien sie gegeben“. Das klingt heute eher nach einer Kriegserklärung an die Tiere als nach einer Schöpfungsgemeinschaft mit ihnen.

Aber mit dem „Herrschaftsauftrag“ in der Schöpfungsgeschichte ist die Gottebenbildlichkeit der Menschen gegeben. In der modernen Welt hat man die Gottebenbildlichkeit immer auf den Herrschaftsauftrag bezogen: Je mehr sich die Menschen die Erde untertan machen, umso gottähnlicher werden sie. Als sei Gott der Zerstörer der Natur wie die Menschen und nicht ihr Schöpfer! Dann ist es besser, die Gottebenbildlichkeit theologisch auf die Gottesherrschaft zu beziehen, um den Herrschaftsauftrag der Menschen auf die Gottesherrschaft zu orientieren.

Das erste Gebot sagt: „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich Dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft geführt habe“ (Exodus 20, 2). „Auch die  Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit“, schreibt Paulus in Römer 8,20. Also ist die Gottesherrschaft eine erlösende Befreiung. Israel hat sie so erlebt. Am Ende wird die „befreite Schöpfung“ (Leonardo Boff) stehen. Danach sollte menschliches „Herrschen“ über die Natur der Erde und die Natur der Tiere ausgerichtet sein.

Jesus Kyrios: Jesus ist der Herr. „Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen“, sagt die dritte Seligpreisung Jesu (Matthäus 5,5). Die Sanftmütigen stehen in der Nachfolge Jesu. „Nehmet auf mein Joch, und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig“, sagt Jesus nach Matthäus11,28. Das orientiert den Herrschaftsauftrag der Menschen an Sanftmut, die Erde zu verstehen, nicht an Gewalt, die Erde untertan zu machen. Jesus war nach seiner Versuchung in der Wüste, bevor er zu den Menschen ging „bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm“ (Markus 1,13). Man erwartet, dass er bei den Engeln war und die Tiere ihm dienten, aber Markus formuliert umgekehrt, um zu sagen: Jesus war bei den wilden Tieren wie bei Freunden. Er verbreitete weder Furcht noch Schrecken, und der Himmel diente ihm.

Sanftmütig mit Pflanzen umzugehen heißt, ihren Eigenwert anzuerkennen und nicht nur nach dem Nutzwert für die Menschen zu fragen. Sanftmütig mit Tieren umzugehen heißt, sie als Mitgeschöpfe anzuerkennen und sich als Mitgeschöpf der Tiere zu wissen, wie das deutsche Tierschutzgesetz sagt. Sanftmut ist Mitgefühl und Empathie, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit, Geduld und „Ehrfurcht vor dem Leben“ in allem Lebendigen, Sanftmut versucht, die Zusammenarbeit mit der Natur zu üben, statt Gewalt auszuüben. Sanftmütig ist die Liebe zum Gegenüber, die Voraussetzung aller Erkenntnis ist. „Wissenschaft ist Macht“ hatte es in der modernen Welt geheißen, die Wissenschaft mit Technik verbunden hat. Sanftmut bevorzugt die Kombination von Wissenschaft mit Weisheit.

Wieso braucht es zur Sanftmut Mut? Weil man hochgradig verletzbar wird, wenn man den Schutzwall seines Inneren verlässt und sich ganz öffnet. Die Gewalttätigen haben eine Rüstung an, um den Kampf mit der Natur zu bestehen, der sie aber in Ihrer Sichtweise behindert. Die sanfte "Macht der Liebe" erkennt die Wirklichkeit unvoreingenommen. Sie lässt leben und aufleben. Sie ist langatmig, während die Gewalt immer kurzatmig ist. Sie ist geduldig während Ungeduld immer zu Gewalttätigkeiten greift. Sanftmut räumt den anderen Kreaturen Lebensraum und ihre Lebenszeit ein. In der Schöpfungsgemeinschaft schont Sanftmut die schwächeren Geschöpfe. Die schwächeren Geschöpfe sind notwendig, denn alles ist mit allem verwandt in der Schöpfungsgemeinschaft. Jeder Grashalm kann, was der Mensch nicht von Natur aus kann (Photosynthese), und produziert Sauerstoff, den die Menschen lebensnotwendig zum Atmen brauchen.

Kosmische Spiritualität

Wie das Wort „Spiritualität“ sagt, handelt es sich um eine Ergriffenheit der Menschen vom Geist Gottes. Spiritualität entwickelt sich immer dort, wo der Geist Gottes erfahren und dann erwartet wird. „Ist die Liebe Gottes ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ (Römer 5,5), entsteht eine Herzensfrömmigkeit, die sich auszeichnet durch Gottvertrauen und Herzensgüte gegenüber jedermann. Ist der Geist Gottes in unsere Seelen ausgegossen, dann entwickelt sich die Spiritualität des „inwendigen Lebens“: Die Selbsterkenntnis führt zur Gotteserkenntnis. „Gott und die Seele will ich wissen. Sonst nichts? Sonst überhaupt nichts“, hatte Augustin in seinen Soliloquien geschrieben und damit die abendländische Seelenspiritualität begründet. Die Seele sucht Gott nicht in sinnlichen Erfahrungen, sondern in sich selbst. Die Seele ist das wahre Subjekt im Menschen. Durch Selbsterkenntnis wird der Mensch seiner selbst und Gottesunmittelbar bewusst. Wird Gottes Geist „ausgegossen auf alles Fleisch“ (Apostelgeschichte 2,17), entsteht Spiritualität des gelebten Lebens, denn mit „alles Fleisch“ ist alles Lebendige gemeint (Joel 3,1–5). „Du sendest aus deinen Atem, so werden sie geschaffen und du erneuerst das Antlitz der Erde“ (Psalm 104,30). Die Metapher „ausgegossen“ lässt mehr an Plotins Emanationen denken als an Schöpfung, mehr an Gottes Atem als an das „Werk Deiner Hände“.

Bei Calvin finden wir die Sentenz: „Denn der Geist ist überall und gegenwärtig und erhält, nährt und belebt alle Dinge im Himmel und auf Erden. Dass er seine Kraft in Alles ergießt und dadurch allen Dingen Wesen, Leben Und Bewegung verheißt, das ist offenkundig göttlich.“ (Institutio I, 13)

Die sinnliche Welt wird von unseren fünf Sinnen wahrgenommen. Der originäre Sinn ist der Tastsinn. Wir tasten und fühlen mit den Nervenzellen unserer Haut. Aus der Haut haben sich Geschmackszellen unseres Mundes, die Riechzellen unserer Nase, die Hörorgane und die Augenzellen gebildet. Man unterscheidet Nah und Fernsinne: Mit den Nahsinnen des Fühlens, Schmeckens und Riechens nehmen wir unmittelbaren Kontakt zu den Gegenständen auf, die Fernsinne des Hörens und Sehens brauchen als Medien den Schall und das Licht. Alle Sinneseindrücke wirken auf unserer Gesamtbefinden ein, Wie auch unser Gesamtbefinden auf die Sinne einwirkt. In tiefer Trauer etwa erlöschen unsere Sinne. Wir nehmen nichts mehr wahr. Auf der anderen Seite macht uns die Lebenskraft der Liebe von innen heraus lebendig und öffnet unsere Sinne.

Unsere Sinnlichkeit wird nicht nur durch unser Gesamtbefinden bestimmt, sondern auch durch die Kultur in der wir leben. Sie fordert bestimmte Sinne heraus und dämpft andere. Die Medien der modernen Welt fordern unsere Fernsinne: Man muss hören und sehen können, um teilzunehmen. Die modernen Verkehrsmittel wie das Auto werden durch unsere Augen und Ohren gesteuert. Auf Licht- und Schallsignale reagieren wir aufmerksam. Was ist mit unseren Nahsinnen geschehen? Sie sind in unserer modernen Kultur unterentwickelt oder werden krank gemacht.

Man muss seine Sinne nicht nur gebrauchen, man muss sie auch ausbilden. Wir sehen mit den Augen viel, aber wir erkennen nur wenig. Man muss das Schauen lernen. Wir hören viel, besonders mit dem Smartphone, aber wir hören nicht hin. Jeder Musiklehrer weiß das. Wir brauchen eine Schule der Sinne.

Das Schweigen des Weltraums und die Kälte des Universums können Menschen schon in Schwermut versetzen. „Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume macht mich schaudern“, bekannte Blaise Pascal.

Sind wir im Prozess des Universums vorgesehen oder nur ein Zufallsprodukt der Evolution des Lebens auf dem kleinen Planeten Erde? Hätte die Natur ein „starkes anthropisches Prinzip“, dann könnten wir uns „at home in the universe“ fühlen, wie es Stuart Kaufmann in einem Buch sagt. Aber das ist wissenschaftlich umstritten. Wie können wir unser Dasein bejahen, wenn wir in einer sinnlosen Welt existieren? Es gibt vielleicht kein starkes anthropisches Prinzip, aber es gibt ein starkes christologisches Prinzip, um sich zu Hause zu fühlen im Kosmos: den „kosmischen Christus“. Nach der Versöhnungslehre des Paulus hat Gott durch die Hingabe Christi an den Tod und seine Auferweckung in die neue Schöpfung zuerst den Kosmos versöhnt, bevor er unter Menschen den Dienst der Versöhnung aufgerichtet hat: „Gott war in Christus und versöhnte den Kosmos mit sich selbst“ (2. Korinther 5,19).

Wir existieren in einem mit Gott versöhnten Kosmos und können uns insofern im Weltraum zu Hause fühlen. Im Epheserbrief wird der zweite Akt, der auf die Versöhnung des Kosmos „durch sein Blut am Kreuz“ folgt, die „anakephaleisos toon pantoon“ genannt, „dass alles zusammengefasst in Christus, was im Himmel und auf Erden ist“ (1,10). Das ist die theologische Grundlage für die „kosmische Spiritualität“. Christus ist auch für die Erlösung des Kosmos gestorben. Wenn wir das meditieren, werden wir in den „weiten Raum Gottes geführt“.

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